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Sarah B. berichtet aus Edinburgh/Central (Schottland)

Von Dudelsäcken, Kilts und einer rauen Schönheit - Edinburgh

Nachdem ich bereits in den letzten zwei Jahren in den Sommerferien eine Sprachreise nach Eastbourne in Südengland und nach Malta unternommen habe, stand für mich fest, dass ich auch in diesem Jahr wieder eine Sprachreise machen möchte. Die Wahl fiel relativ schnell auf Schottland und somit auf Edinburgh. Ich wollte schon immer einmal nach Schottland, da mich die Kultur sehr interessiert und auch über Edinburgh hatte ich bisher nur gutes gehört. So buchte ich also meinen Sprachkurs in Edinburgh für drei Wochen und konnte es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht.

Als dann endlich der 30.Juni kam, war ich ziemlich aufgeregt, denn immerhin machte ich mich ganz alleine auf die Reise nach Edinburgh und musste irgendwie den Weg vom Flughafen zu meiner Gastfamilie finden, da ich keinen Transfer gebucht hatte. Ich hatte mich zuhause schon einmal im Internet über die Busverbindungen in Edinburgh informiert und wusste, dass ich mit dem Airlink-Bus vom Flughafen in das Stadtzentrum kommen würde. Die Haltestelle war schnell gefunden und der Bus fuhr auch wenige Minuten später los. Die nächste Schwierigkeit bestand dann allerdings darin mit welchem Bus man vom Stadtzentrum zu der Gastfamilie kommt. Da ich nicht die geringste Idee hatte, welche Busnummer ich nehmen muss, hatte ich mich schließlich entschieden ein Taxi zunehmen. Eine gute Entscheidung, für 10 Pfund kam ich zwanzig Minuten später bei meiner Gastfamilie an.

Meine Gastfamilie bestand aus einem älteren Paar, die mich bereits erwarteten und mir einen warmen und herzlichen Empfang bereiteten, sodass ich mich gleich wohl bei ihnen fühlte. Nachdem sie mir das Haus und mein Zimmer gezeigt hatten, das ich mir mit einer weiteren jungen Frau aus Frankreich teilen würde, saßen wir gemeinsam im Wohnzimmer und unterhielten uns eine Weile. Edith und Otis gaben sich meinen gesamten Aufenthalt über große Mühe, dass man sich nicht wie in einem Hotel sondern wie zuhause fühlte. So durften wir uns im Haus frei bewegen. Jeder von uns fünf hatte einen eigenen Schlüssel und konnte nach Hause kommen wann immer er oder sie wollte. Sie hatten auch einen Kühlschrank, an dem wir uns jeder Zeit bedienen durften. Natürlich gab es dennoch einige Regeln, wobei die wichtigste war, dass man Bescheid sagte, wenn man nicht zum Abendessen kam oder später essen wollte.
Das Essen war erstaunlich gut. Da ich Vegetarierin bin, hatte ich vor meiner Abreise etwas sorgen, was ich zu essen bekommen würde und wie die Gastfamilie damit umgehen würde. Aber für Edith war das überhaupt kein Problem, sie hatte verschiedene Ersatzprodukte, die sie zubereitete, wenn es für die anderen Fleisch gab. Besonders lecker fand ich die Desserts. Sonntags machte Edith immer ein typisch schottisches Frühstück mit Rührei, Bohnen, Tomaten, Pilzen, Würstchen (für mich natürlich vegetarische), Schinken (für die anderen) und Toastbrot mit gesalzener Butter. Ich muss zugeben, dass ich kein großer Fan von herbem Frühstück bin, sodass das schottische Frühstück nicht wirklich mein Fall war.

Ein weiterer Pluspunkt war für mich, dass wir zu fünft in der Familie waren. Wir kamen alle aus verschiedenen Ländern (Saudi-Arabien, Frankreich, Kolumbien, Tschechien und eben ich aus Deutschland) und somit alle aus verschiedenen Kulturen, was sehr spannend war. Beim Abendessen haben wir uns häufig über die Gepflogenheiten in unseren Heimatländern unterhalten und man bekam einen völlig neuen Einblick in das Leben in anderen Ländern. Mit meiner Zimmergenossin Anais verstand ich mich vom ersten Augenblick an sehr gut, was vor allem ihrer aufgeschlossenen Art zu verdanken war. Ich war an einem Samstag angekommen und sie hat mir gleich angeboten, mir am nächsten Morgen ein bisschen die Stadt zu zeigen und mich mit zu dem Treffen mit ihren Freunden zu nehmen. Ich war ich unheimlich dankbar dafür, denn so lernte ich bereits Sonntag einige neue Leute kennen, mit denen ich auch in den nächsten Wochen immer mal wieder Zeit verbrachte. Wir verbrachten meinen ersten richtigen Tag damit, Calton Hill zu besuchen (einen Aussichtspunkt im Stadtzentrum) und ans Meer nach Portobello zufahren sowie abends in einem Pub zu essen und das EM-Finale zu schauen.

Am Montag war es dann schließlich soweit, der erste Schultag und der Einstufungstest. Ich war so nervös, dass ich das Frühstück gleich einmal ausfallen ließ. Ich war sehr froh, dass ich gemeinsam mit den anderen aus meiner Gastfamilie zu Schule fahren konnte und nicht alleine den Weg finden musste. In der Schule wurden wir freundlich begrüßt und in den Testraum geführt. Vor dem Test sollten wir uns noch etwas kennenlernen und einen Fragebogen gemeinsam ausfüllen. Das hat Spaß gemacht und die Nerven etwas beruhigt. Der Test an sich war schließlich gar nicht so schwer wie befürchtet. Er bestand aus drei verschiedenen Aufgaben: Grammatik und Vokabeln, Listening (Hörverstehen) und Schreiben. Mit der Zeit kam ich gut zurecht.

Nach dem Test bekamen wir eine Führung durch die Schule und die Mitarbeiter von Kaplan stellten sich bei uns vor. Schließlich machten wir uns auf den Weg zu einem Pub um uns besser kennenzulernen. Schon auf den Weg zum Pub lernte ich eine Russin, eine Deutsche sowie zwei Spanierinnen kennen. Auch Dana, die Tschechin aus meiner Gastfamilie, traf ich im Pub wieder. Schnell beschlossen wir, gemeinsam etwas essen zu gehen und uns dann noch ein wenig die Old Town anzusehen. Daraus bildeten sich die ersten Freundschaften, mit vier der fünf Frauen verbrachte ich viel Zeit in den nächsten Wochen.

Wir bekamen per SMS mitgeteilt, ob wir morgens oder nachmittags Unterricht hatten und ich freute mich sehr darüber, dass ich am Vormittag Unterricht hatte, da ich dann den gesamten Nachmittag Zeit hatte, Edinburgh zu erkunden. Und das lohnt sich auch. Edinburgh ist eine wunderschöne Stadt, die so viel zu bieten hat, dass die drei Wochen, die ich hatte, lange nicht gereicht haben. Besonders schön fand ich Calton Hill, den Botanic Garden sowie den Strand. Auch die verschiedenen Museen sind sehr interessant und zum Teil auch kostenlos. In den Straßen der New und Old Town entdeckte man immer wieder Dudelsackspieler in Kilts, die für das vollkommene Schottlandfeeling sorgten und einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten.

Der Unterricht an sich war interessant und man hat auch einiges gelernt. Ich wurde in C1 eingestuft und hatte großes Glück, dass ich eine tolle und bunt gemischte Klasse hatte. Es entstanden schnell Freundschaften, sodass wir auch außerhalb der Schule sehr viel Zeit mit einander verbrachten. Unsere erste Lehrerin machte einen tollen Job, sie gestaltete den Unterricht sehr interessant und spannend. Es machte wirklich Spaß bei ihr und wir hatten auch viel zu lachen. Dennoch haben wir viel gelernt, besonders häufig haben wir über aktuelle Themen diskutiert und lernten uns so besser kennen. Unsere zweite Lehrerin war auch sehr nett, aber auch etwas unsicher, sodass ihr Unterricht häufig ein wenige dröge und langweilig war. Dennoch hat man auch bei ihr etwas gelernt. Die Themen, die wir innerhalb der drei Wochen durch genommen haben, waren sehr vielseitig, sodass für jeden etwas dabei war. So sprachen wir über Bücher, Filme, die Liebe, Heirat, Zeitdiebe, Affluenza (=Wohlstandssyndrom, eines der Lieblingsthemen meiner Klasse), Utopie, englischen Humor, Nanny State, Kunst, Suchtverhalten und Nudismus. Bei all diesen Themen kamen sehr interessante Diskussionen zustande, da jeder die Erfahrungen aus seiner Heimat einbringen konnte. So lernte man auch die Kulturen von anderen Ländern kennen, was teilweise sehr überraschend und spannend war. Eine sehr beliebte Stunde war die, in der wir uns mit Schimpfwörtern und deren richtigen Gebrauch befasst haben.

Es war in so fern sehr interessant, dass man dieses Thema in der Schule in Deutschland großzügig ausspart. Der Unterricht hat darüber hinaus auf jeden Fall dazu beigetragen, dass wir trotz unterschiedlichen Alters (zwischen 18 und 45) und unterschiedlicher Herkunft (Ungarn, Spanien, Brasilien, Polen, Tschechien, Slowakei, Holland, Deutschland, Schweiz) näher zusammen gewachsen sind und uns gut verstanden haben. Besonders den teilweise sehr großen Altersunterschied hat man schon nach kurzer Zeit völlig vergessen.
Der Unterricht für die Schüler, die nur den Standardkurs gebucht hatten, endete um 11:45 Uhr; Schüler mit Intensivkurs hatten nach einer halbstündigen Pause dann noch einmal 1 ½ Stunden Wahlunterricht. Wir aßen meistens in der Schule Mittag, da man dort für zwei Pfund bereits Pizza oder auch Sandwichs bekommen konnte. Einen Wasserspender gab es auch, sodass man sich nichts zu trinken kaufen musste. Ebenfalls zu empfehlen ist Boots, da es dort ein spezielles Angebot zum Lunch gibt: ein Sandwich oder Salat plus ein Snack (beispielsweise Obst oder Joghurt) und ein Getränk für 3,50 Pfund oder weniger. Da sich die Schule in der Nähe der Princes Street, der Shoppingmeile von Edinburgh befindet, erreichte alle wichtigen Läden sehr schnell (Essensgeschäfte, Banken, Post, Fahrkartenverkaufsstelle etc.)

In unserer Freizeit haben wir häufig am Freizeitprogramm der Schule teilgenommen, die Nachmittagsausflüge innerhalb Edinburghs sowie an drei Tagen der Woche (Dienstag bis Donnerstag) ein Abendprogramm angeboten haben. So war Mittwochabends immer Ceilidh, das typisch schottische Tanzen, was unglaublich viel Spaß gemacht hat, auch wenn es anfangs sehr verwirrend war und ich zugeben muss, dass ich es nach drei Wochen immer noch nicht richtig kann. Trotzdem muss man das in Schottland einfach gemacht haben. Donnerstag war dann Pub Night mit Live-Musik. Unsere Abende haben wir überhaupt sehr häufig im Pub und auch in der Disko verbracht. Ein Lehrer sagte auch, dass es wichtiger wäre in den Pub zu gehen als Hausaufgaben zu machen, da man dort das echte Schottland kennenlernen würde. Allerdings sollte man niemals den Fehler machen und seinen Ausweis vergessen, denn ohne Ausweis kommt man nicht in den Pub. Da sind die Schotten deutlich strenger als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Unter 18 kommt man nach acht Uhr abends in keinen Pub mehr. Jedoch war der Großteil mindestens 18, eher zwischen 20 und 30. Dienstag wurde dann Kino oder Karaoke angeboten. Ich war zweimal im Kino, in Ice Age 4 sowie in Spider Man. Kino macht nicht nur Spaß sondern fördert auch noch einmal das Verstehen der fremden Sprache.

Am Wochenende machten wir verschiedene Ausflüge sowohl mit der Schule als auch auf eigene Faust oder mit einem lokalen Anbieter. So besuchten wir gemeinsam mit der Schule Loch Lomond und Stirling an einem Samstag. Mit dem Wetter hatten wir an diesem Tag unglücklicherweise ziemlich Pech, es war mit Abstand der Tag, an dem es am meisten geregnet hatte und am kältesten war. Auch die Organisation des Trips war nicht ganz so gut, da uns teilweise Zeit gefehlt hat, um die eigentlich geplanten Aktivitäten durchzuführen. Dennoch war es ein schöner Ausflug bei dem man einen kleinen Einblick in die Highlands bekommen hat. Sonntags machten wir uns dann als bunt gemischte Gruppe (sieben Spanier, vier Deutsche, zwei Brasilianer, eine Tschechien und eine Russin) mit dem Zug und dem Bus auf den Weg nach St.Andrews, eine sehr schöne Kleinstadt am Meer, an deren Uni sich auch Prinz William und Kate kennenlernten. Für 21 Pfund pro Person konnten wir vom Bahnhof in Edinburgh bis nach St.Andrews (der Bus war bereits im Preis inbegriffen) und wieder zurück fahren. Die Beratung am Bahnhof in Edinburgh ist sehr gut, es hat alles reibungslos funktioniert und wir hatten einen wundervollen Tag. St.Andrews ist als Ausflugsziel für einen Tag sehr zu empfehlen. Am nächsten Wochenende machten wir dann mit einem lokalen Anbieter einen Ausflug zum Loch Ness. Der Ausflug kostete uns 38 Pfund plus 16 Pfund für den Eintritt ins Castle am Loch Ness sowie für eine halbstündige Bootsfahrt und startete um acht Uhr morgens. Wir verbrachten zwar viel Zeit im Bus, aber der Busfahrer erzählte uns beinahe die gesamte Zeit über etwas über Schottland, vor allem über historische Ereignisse oder spielte uns typisch schottische Musik vor. Wir machten auch an mehreren Stellen kurze Stopps (zwischen wenigen Minuten um Fotos zu machen bis zu einer halben Stunde oder 45 Minuten um etwas zu essen), sodass wir einiges sahen. Loch Ness fand ich persönlich deutlich ansprechender als Loch Lomond, auch wenn ich Nessie leider nicht entdecken konnte.

Die drei Wochen gingen unheimlich schnell herum und man gewöhnte sich auch sehr schnell daran nur Englisch sprechen zu können. Ich war unglaublich traurig als ich wieder nach hause fliegen musste und wäre gerne mindestens noch mal so lange geblieben. Trotz des sehr schottischen Wetters (es war ziemlich kalt und es regnete sehr häufig) hab ich mich in dieses Land verliebt. Die Highlands haben einen ganz eigenen Charme. Wunderschön und nicht zu beschreiben, man muss es einfach gesehen haben. Edinburgh ist eine sehr interessante und sehr schöne Stadt, in der es sich sehr angenehm leben lässt. Für mich steht fest, dass ich auch im nächsten Jahr wieder eine Sprachreise machen werde und ich kann Edinburgh nur jedem weiterempfehlen.

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Der wunderschöne Strand
Botanischer garten
Loch Ness
Loch Lomond
Edinburgh
 
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