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Jeltje Schmidt berichtet aus Malaga/La Brisa (Spanien)

Vor ca. 2 Wochen lag ich um diese Uhrzeit noch am Strand. Genau jetzt 15:47, nach der Schule, nach dem Mittagessen, nach den Hausaufgaben. Die Sonne scheint und mein ganzer Körper scheint zu zerfließen. Volleyball, habe ich mir gedacht, wenn ich wiederkomme kann ich alle an die Wand spielen, was soll man sonst am Strand machen. Aber jetzt liege ich und nichts könnte mich dazu bewegen, vor 18 Uhr noch mal aufzustehen, es sei denn um Schwimmen zu gehen. Nein, der Sand hier ist nicht so, wie auf Hiddensee oder Rügen, weiß und leicht. Was überall an mir klebt sind eher kleine schwarze Kügelchen, die sich besonders gut erwärmen und die Wärme der Sonne auch nach deren Untergang noch innehalten.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich schlafe. Ich lausche: Das Meer scheint einen eigenen Rhythmus zu haben, vielleicht nicht sehr regelmäßig, wie ein Herzschlag. Nur eben etwas schleppend, das Meer ist ja auch schon sehr alt. Neben mir spanisches Gebrabbel und Gezeter. Ich merke, wie sich ein Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitet. Bei jedem Satzfetzen, den ich verstehe wird es breiter. Spanier erzählen anders. Ihre Sätze sind kaum melodisch, sondern eher ein Tonstrang bis zum Ende. Und das Ende einer Phrase erscheint überraschend schnell. Ich brauche eigentlich gar nicht weiter auf den Sinn des Dialogs zu achten, um zu wissen, dass Spanier ihn führen. Eine etwas quakige, aber doch entschlossene Stimme dringt an mein Ohr, das muss eine Frau sein, die andere scheint auch nicht gerade tief, wenn aber doch beherzt und sogar ein wenig hart im Tonfall, ein Spanier.

Ich atme tief ein. Der Meeresduft ist so würzig, Fisch und Salz, und nichts kommt gegen diese Luft an. Ich stehe auf, noch nicht ganz sicher, ob ich wach bin. Mein Handtuch lässt keinen Zweifel mehr daran: Ich habe viel Flüssigkeit verloren. Benommen mustere ich die dunklen Konturen meines Körpers auf dem Frotteetuch. Trinken! Triiiinken!!! Meine Wasserflasche sticht mir ins Auge, schimmernd das Sonnenlicht spiegelnd. Ich schließe die Augen und nehme einen kräftigen Schluck. Heiß rinnt es mir die Kehle runter. Immerhin, es ist flüssig. Zwei Liter, eine Monsterflasche und das in 5 Minuten. Ob das gesund ist oder nicht mag dahingestellt sein, aber es tut gut. Jetzt rein in die Fluten. Das Wasser ist zwar nicht kalt, aber 40 Grad, wie die Umluft hat es dann doch nicht. Beim Schwimmen vergesse ich die Zeit. Diese Stille und nur das beruhigende Platschen und Glucksen um mich herum. Meerwasser trägt, haben sie mir gesagt und jetzt fühle ich es, wie leicht man durch die Wellen gleitet, immer weiter weg vom Strand, vom Getümmel der kleinen Kinder, von den hallenden Steinküsten- ZIUUUUUUUUUUUUUUUUUU- ein Motorboot. MOTORBOOT!!!!!!!!! Ich paddele wie eine Wahnsinnige, schlucke Unmengen von Wasser, ich krieg keine Luft mehr! Ich huste und pruste und da sind sie schon wieder weg, die jauchzenden Bikinischönheiten auf den brausenden Booten. Eine Welle schwappt noch über mich hinweg, dann ist wieder Ruhe.

Da hatte ich doch schon wieder vor lauter Freudentaumel die Bojen übersehen, die gelben Hüte, die auf der Wasseroberfläche treiben, um zu zeigen: "Halt Menschlein, hier ist Geschwindigkeitskitzel angesagt, schwimm an der Seite, da wo du keinen störst und nerv nicht." Ja ja, ich schwimme ja schon, bin ja gleich weg. Ist aber auch nicht schlecht, zu meiner Rechten ragt das Profil der iberischen Halbinsel empor. Berge, abgerundet, wenn auch hoch. Sandfarben kleiden sie und dunkelgrüne Flecken, die Nadelgewächs erahnen lassen.

Als ich wieder aus dem Wasser steige, spüre ich deutlich jeden Muskel in meinem Körper, wie verdutzt, wieder gerade zu stehen mit (einigermaßen)festem Boden unter den Füßen. Sand schiebt sich zwischen meine Zehen, heißer Sand... Zu heißer Sand! MAMA MÍA, WO IST MEIN HANDTUCH???!!

Im Sitzen merke ich was... Nachdem ich solchen Durst erlitten habe, war ich mir eigentlich sicher gewesen, mein Körper würde all das Wasser aufsaugen wie ein Blättchen Löschpapier, doch nein. Offensichtlich werde ich mal eben ein gewisses Örtchen aufsuchen müssen, und zwar schleunigst, sonst passiert was. Ins Meer? Nee, ich bin doch keine fünf mehr und außerdem sieht das bestimmt so gar nicht komisch aus, wenn ich wie von der Tarantel gestochen ins Wasser renne und mit einem erleichterten Grinsen wieder an Land krauche. Nein, also wirklich. Also schnell in die Flipflops geschlüpft und ich bin weg. Diskret und unauffällig. Ich hab nun mal für heute genug Sonne, danke. Ein paar Gesichter scheinen aber doch zu schmunzeln. Die kennen wohl schon den etwas abrupten Abgang der blonden Standbesucher und den leicht verzweifelt suchenden Blick.

Genug Bars am Strand gibt es ja schon mal, der Satz ist auch schon im Kopf ausformuliert, „por favor“ und „Gracias“ nicht vergessen! Und dann das: KEINE KLOHBRILLE! Wie oft mir das hier noch passieren sollte... Tja, es ist ja tatsächlich ein klimatischer Traum, eine Oase der Entspannung und Ruhe, aber dieses Paradies scheint von natürlichen Barrieren abgegrenzt zu sein: von der Boje bis zum Unisex-Pinkelbecken, immerhin. Ein kleiner Spielraum Freiheit, fernab von Zuhause und von Alltagssorgen und -stress.

Ich könnte noch ewig so schreiben, ein Buch meinetwegen, ein Buch über drei Wochen in Málaga, ein Buch über einen Ort, weit weg von Eltern, ein Ort, an dem die Nacht nicht zum Schlafen da ist, ein Ort an dem manche Clubs um zwei erst auf machen, wenn man in Deutschland rausgeschmissen wird. Erzählen könnte ich von den Bananen im Garten meiner Gastmutter, von der hübschen Französin, die mich im Flugzeug von meiner Angst ablenkte, von meinen Tagträumen in der Alhambra von einem Leben als Sultanin. Schnattern würde ich von Vino Dulce, dem spanischen süßen Wein, der so furchtbar schnell zu Kopf steigt. So schnell habe ich noch nie Spanisch gesprochen, oh nein.

Aber ich weiß ja, dass das für all diejenigen, die sich noch überlegen, eine Sprachreise zu machen wahrscheinlich´n Bißchen zu viel auf einmal wäre... Ich hoffe trotzdem, die Kurzreportage gefällt und macht die Entscheidung etwas leichter. Südspanien... Da reicht doch schon das Wort, oder? Da kommt man doch sofort ins Träumen....

Vielen Dank für´s Lesen und viel Spaß und Erfolg für die Reise!

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