Erfahrungsberichte aus Santa Barbara

Verena Fetscher

Mein Name ist Verena Fetscher und ich bin 17 Jahre alt. In den Sommerferien habe ich drei Wochen in Santa Barbara verbracht. Gebucht hatte ich schon im Dezember, aber nun stand ich wirklich am Flughafen auf dem Weg in die Staaten. Richtig klar geworden ist mir das aber erst als ich dann tatsächlich eingecheckt hatte und ich von nun an alleine war. Ich war ganz schön aufgeregt, drei Wochen auf einem anderen Kontinenten. Meine Gefühle schwankten zwischen Angst und Freude: Freude auf drei Wochen, in denen ich alles selber schaffen musste, weit weg von zu Hause und mit einer anderen Sprache. Angst davor, was alles schieflaufen könnte. Ich war schließlich das erste mal ganz alleine im Urlaub.

Nach insgesamt 16 Stunden Flug mit Aufenthalt in London hieß es nun von Los Angeles nach Santa Barbara zu kommen. Aber es war nicht schwer den richtigen Bus zu finden, ich habe mich einfach durchgefragt. Die Leute sind allgemein sehr hilfsbereit gewesen und haben gern Auskunft gegeben. Schon im Airbus wurde mir klar dass ich hier genau richtig war, Leute reden einen einfach an, sind total freundlich und aufgeschlossen und das Wetter ist ein Traum, genau wie die Sandstrände Kaliforniens.

Meine ersten Worte in Englisch waren noch sehr unsicher und vorsichtig, aber diese Schüchternheit war schnell verflogen und es hat einfach nur noch Spaß gemacht mal nicht Deutsch zu reden. Nach zwei Stunden Fahrt entlang der Küste, kam ich schließlich bei meiner Gastfamilie an. Diese bestand aus meiner Gastmutter und deren 13 -Jährigen Tochter. Meine Gastmutter hat mich schon gespannt erwartet und mich herzlich empfangen. Wir haben uns auf Anhieb gemocht und sie hat mir immer sehr viel erzählt. Am Anfang war es manchmal etwas schwer für mich alles zu verstehen. Schulenglisch unterscheidet sich doch vom wirklichen Gebrauch, aber man lebt sich ein und schon nach ein paar Tagen habe ich alles (okay, das meiste) verstanden.

An meinem ersten Tag hat mir meine Gastmutter die Nachbarschaft vorgestellt und mir einen Teil von der Stadt gezeigt. Am Abend habe ich dann meine Zimmermitbewohnerin kennengelernt, diese war 23 Jahre alt und kam aus Korea. Sie hat mich am Montag auch in die Schule begleitet und mir alles gezeigt.

Dieser Tag war sehr aufregend, alles war fremd und es gab so viel zu erkunden. Nach zwei Tagen, an denen ich mich nur auf Englisch verständigen konnte, war das der erste Kontakt zu Deutschen. Ganz interessant, wenn man seine Erlebnisse und Erfahrungen mit Leuten austauschen kann, denen es genauso geht. Freunde zu finden fiel nicht schwer, man musste einfach auf die Leute zugehen. Die Hauptsache ist, man redet, egal worüber.

Ja, die restliche Woche lief ungefähr jeden Tag gleich ab, nach der Schule, in der ich mich von Tag zu Tag besser zurechtfand, ging es ab an den Strand, der ungefähr 10 Minuten zu Fuß von der Schule entfernt war.

Wenn man morgens total verschlafen zur Schule läuft, man auf seiner Rechten Seite aber den Pazifik sieht, macht doch gleich alles viel mehr Spaß. Nach dem Strand sind wir in die schöne Stadt gegangen. Schön ist Santa Barbara wirklich, ein richtiges Urlauberparadies. Direkt am Strand und sehr relaxed. Das war es auch, was uns am ersten Tag gesagt wurde: Hier in Santa Barbara ist alles „relaxed“, denn hier ist der Strand und alle gehen surfen und liegen in der Sonne, wie man sich kleidet interessiert nicht groß. Ein U-Bahn Netz gibt es dort nicht, und auch Smog, verschmutze Straßen zwischen Hochhäusern oder Rush Hour kennt man in Santa Barbara nicht. Man geht zu Fuss vom Strand in die Stadt oder fährt mit einem kleinen Shuttle Bus. Von der Stadt aus fahren Busse in alle Richtungen. Die Stadt ist sehr sauber und man hat eher das Gefühl in einem kleineren Städtchen zu bummeln als im nicht unbekannten Santa Barbara. Aus diesen Gründen ist diese Stadt auch sehr begehrt in Kalifornien und deshalb sehr teuer. Unter einer Million Dollar bekommt man dort nicht einmal die einfachste 1-Zimmer Wohnung!

Am Strand waren Volleyballnetze aufgebaut oder man konnte mit einem geliehen Fahrrad am Strand entlang fahren. Es gab immer etwas zu tun. Außerdem ist es nichts ungewöhnliches, wenn einen wildfremde Leute aus heiterem Himmel anreden. Diese Gespräche habe ich immer gesucht. Einfach smal talk führen. Mich hat es wenig interessiert über was ich mit den Leuten dort geredet habe. Hauptsache ich konnte Englisch reden. Aber alle waren sehr freundlich und interessiert daran, warum ich denn in Santa Barbara bin. So war es auch in der Schule, wenn man nach dem Unterricht noch ein wenig im Schulgelände geblieben ist, waren immer Leute da, mit denen man reden konnte. Man konnte sich über die Kultur des anderen unterhalten und so einiges interessantes über fremde Länder erfahren. Es wurde nie langweilig, man hatte jede Menge Freizeitmöglichkeiten zur Auswahl und irgend jemand war immer für ein Gespräch offen. Heimgekommen bin ich immer erst abends. Da habe ich dann versucht noch mit meiner Gastmutter zu reden, denn ich wollte mein Englisch ja aufbessern, und das geht so am Besten. Deshalb ist eine freundliche Gastfamilie auch sehr wichtig, aber mit der Gastfamiie waren so gut wie Studenten zufrieden, und sonst gab es auch noch die Möglichkeit zu wechseln!!

Hauptsächlich haben wir unsere Freizeit selber gestaltet, meist indem wir die Strände Kaliforniens genossen haben. Es gab aber auch Angebote von der Schule. So war die legedäre „boatparty“ auf jeden Fall ein Erlebnis. Einfach Traumhaft bei Sonnenuntergang mit Musik und Pizza for free an der Küste Kaliforniens entlang zu fahren. Mit dem Städtetrip nach Los Angeles hatte man die Möglichkeit, Beverly Hills oder Hollywood hautnah zu erleben. Es ist schon ein komisches Gefühl da zu stehen, wo sonst die Stars gefilmt werden oder tausende von Leuten wohl gerne wären.

Diese Gespräche mit sehr vielen verschiedenen Leuten und unterschiedlichen Ansichten haben auch mich geprägt. Ich habe viel über mich selber und was mir wirklich wichtig ist gelernt. So habe ich durch diese 3 Wochen, in denen ich alles selber schaffen musste ohne Eltern oder Freunde, vielleicht auch einen Eindruck bekommen was es heißt erwachsen zu werden. Diese Reise werde ich wohl nie vergessen, und ich werde auch jetzt, drei Wochen später noch traurig, wenn ich daran denke, wie schön es war, und ich kann eine solche Reise nur weiter empfehlen, man lernt nicht nur die Sprache, man wird auch selbständiger. Doch irgendwann heißt es einfach Abschied nehmen. Aber wir Deutsche werden uns auf jeden Fall wieder treffen und wer weiß, vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit mal wieder nach Santa Barbara zu gehen, any time...

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