Harrow House: Caroline von Berg

Endlich war es so weit! Mein seit Ewigkeiten erwarteter Sprachkurs nach Swanage sollte nun beginnen. Meine Eltern brachten mich zum Flughafen und das Einsteigen in den Flieger war ein tolles Gefühl. Auch meine kleine Unsicherheit, die ich hatte, da ich keinen kannte, verflog sofort. Schon im Flieger lernte ich die ersten netten Leute kennen.

Am Flughafen in London angekommen verlief alles problemlos. Es war fast unmöglich, die Leute der Organisation zu verfehlen. Mit dem Bus wurden wir zum zwei Stunden entfernten College gebracht. Dort angekommen wurden uns unsere Koffer abgenommen, uns ein Lunch-Paket in die Hand gedrückt, die Betreuer vorgestellt und uns ein kleiner Vortrag über die wichtigsten Informationen gehalten, wie z.B. das Verhalten im Falle eines Feueralarms.

Nun durften wir auf unsere Zimmer gehen. Ich hatte ein kleines Zimmer für mich und meine Mitbewohnerin. Sie war Russin und auch wenn ihr Englisch nicht perfekt war, verstanden wir uns gut. Es gab zwei Betten, einen Spiegel mit Waschbecken und mehrere kleine Schränke und Kommoden. Das Bad mussten wir uns mit mehreren Mädchen teilen, was aber kein Problem war, da es einen großen Spiegel, drei Duschen, mehrere Toiletten und auch viele Waschbecken gab.

Nachdem ich meinen Koffer ausgeräumt hatte, guckte ich mich im College um. Es gab einen Fußballplatz, einen Pool, einen Fernsehraum, eine kleine Bar, einen großen Speisesaal, eine Sporthalle, einen Fußballplatz, eine Minigolfbahn, ein Volleyballfeld und mehrere Tennisplätze. Langweilig würde mir also nie werden. Da ich noch keinen kannte, gesellte ich mich schnell zu den Leuten, die ich schon aus dem Flugzeug kannte. Zusammen verbrachten wir einen schönen Abend im Fernsehzimmer.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich richtig los. Früh morgens wurden wir durch einen alten Good-Morning-Song der Beatles geweckt. Wir „Neuen“ wurden in mehrere kleine Gruppen eingeteilt um den Einstufungstest durchzuführen, der später den Lehrern half, uns in die verschiedenen Klassen mit den unterschiedlichen Lernstoffen einzuteilen. Danach gab es etwas zu Essen und wir hatten für den Rest des Tages Freizeit, also entschied ich mich mit ein paar Leuten die Stadt zu erkunden.

Am Abend waren die Ergebnisse des Tests an der Pinnwand aufgeführt. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass ich bis zum Mittagessen Sport hatte und am Nachmittag der Unterricht stattfand.

Am nächsten Morgen stand erstmal ein „Walk“ auf dem Programm. Nach einem langen Lauf bei Sonnenschein hoch zu den Klippen, lernte ich die Stadt, die Umgebung und meine Sportgruppe ganz gut kennen. Der Ort war zwar nur klein, hatte aber einen wunderschönen Strand und ein paar Einkaufsläden gab es auch. Außerdem waren die Leute aus meinem Team sehr nett. Ich war die einzige Deutsche, was für mich aber gar kein Problem war, da ich ja eh hier war um Englisch zu sprechen.

Am Nachmittag begann dann der Unterricht. In der Klasse waren wir ca. 15 Leute, ein paar Deutsche aber auch viele Leute aus anderen Ländern aus ganz Europa. Man lernte sich schnell kennen und verstand sich gut. Die drei Unterrichtsstunden waren auch nicht wirklich schwer und die Lehrer waren auch sehr freundlich.

Am Abend standen mehrere Aktivitäten wie Tischtennis, Karaoke und Schwimmen zur Auswahl. Jeden Abend gab es ein anderes, unterhaltsames Programm.

So ging es die ganze restliche Woche weiter. Am Wochenende standen Ausflüge auf dem Programm. Am Ausflug nach London konnte ich leider nicht teilnehmen, da ich noch zu jung war. Statt dessen fuhr ich nach Oxford, wo wir uns erst eine alte Burg anguckten, in der auch Szenen aus dem Film „Harry Potter“ gedreht wurden,  und danach vier Stunden Zeit zum Shoppen hatten. Am späten Nachmittag fuhren wir zurück ins College wo wir alle schon sehnlich das Abendessen erwarteten. Als wir ankamen, waren die Neuen schon da.

Am Sonntag fuhr dann das ganze College nach Bournemouth um noch ein bisschen Shoppen zu gehen, während die Neuankömmlinge sich im College umsahen.

Die nächste Woche verlief wie die erste Woche – jeden Tag Sport und Unterricht und abends unterhaltsames Programm.

Nach zwei Wochen konnte ich es kaum glauben, dass die Zeit schon so schnell vergangen war. Das Packen des Koffers war gar nicht so einfach wie gedacht, da ich durch die Shoppingtouren in Oxford und Bournemouth so viel noch mit nach Hause schleppen musste, aber nach langem Kämpfen passte dann doch noch alles. Die Abschiedsparty genossen alle sehr. Der Abschied war zwar schon traurig, wir hatten uns aber alle geschworen, uns nächstes Jahr wieder im College zu treffen.

Bei der Abreise wurden wir wieder in Bussen vom College zum Flughafen gebracht. Unser Flieger hatte zwar etwas Verspätung, aber ansonsten hat alles wunderbar geklappt. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber als ich meine Eltern und meinen Bruder endlich wieder gesehen habe, war ich auch froh wieder hier zu sein. Trotzdem werde ich mich immer an diesen „amazing“ Sommerurlaub erinnern und freue mich schon auf‘s nächste Jahr.

Caroline