Elisabeth Neuhaus

Seitdem meine Freundin und ich uns in den Kopf gesetzt hatten, irgendwann einmal eine Sprachreise nach England zu unternehmen, ließ uns diese Idee nicht mehr los. Wir planten und träumten heimlich, bis wir unseren Eltern davon erzählten, und sie gleichzeitig darum baten, uns diesen Traum zu verwirklichen. So diskutierten wir (wenn auch nicht lange) über unseren Wunsch, und hatten eine Sprachreise nach England, Hastings gebucht.

Die Vorfreude ließ uns nicht mehr los: Ein neues Land, eine andere Sprache sowie neue Leute würden uns erwarten. Doch weder meine Freundin noch ich wussten genau, was auf uns zukam. Schließlich ging das Schuljahr, mit dem Gedanken, einen Teil unserer Sommerferien in England verbringen zu können, auch sehr schnell herum und der Tag der Abreise stand kurz bevor.

Mit voll gepackten Koffern in der Hand und mehreren englischen Wörterbüchern im Rucksack, trafen wir unsere Reisegruppe am Flughafen Frankfurt (einige von ihnen fuhren nach Brighton und Eastbourne) und wir stiegen voller Erwartungen zum ersten Mal in unserem Leben in ein Passagierflugzeug. Trotz einiger Ängste, überstanden wir den Flug mithilfe einiger netter Mädchen, die uns von der Schönheit Englands vorschwärmten und erreichten nach einer Stunde London Heathrow.

Irgendwie war hier alles anders, immerhin waren wir in Groß-Britannien. Wir warteten etwa eine halbe Stunde auf die Hamburger Gruppe und stiegen dann (abhängig davon, ob wir nach Brighton, Eastbourne oder Hastings fuhren) jeweils in unterschiedliche Busse. So fuhren wir cirka 1 Stunde nach Hastings, während wir uns im Bus mit einigen Mitreisenden unterhielten (Vom Linksverkehr wurde mir anfangs schlecht, das legte sich aber mit der Zeit). 

Angekommen in Hastings, staunten wir nicht schlecht über das Meer, den Strand, die Küste. Ja, einfach alles übertraf unsere Erwartungen.

Am Treffpunkt auf einem Hügel, wurden wir unseren Gastfamilien zugeteilt. Ein älterer Herr begrüßte uns (natürlich auf Englisch) und fuhr uns mit seinem roten Auto in die Devonshire Road 30. Seine Frau, Isabelle, begrüßte uns ebenso freundlich und wir sahen zum ersten Mal unser Zimmer, das für 2 Wochen unser neues Zuhause darstellen sollte (in der ersten Woche hatten wir noch eine russische Mitbewohnerin, die jedoch in der zweiten Woche das Zimmer wechselte). Mit neun weiteren Mädchen aus Russland, Italien, Spanien, den Niederlanden und Deutschland verstanden wir uns (trotz eines kleinen Altersunterschiedes) sehr gut.

Den ersten Tag verbrachten wir dann mit unserer Gruppe und machten eine Stadtrallye, die allen gut gefiel. Bei dieser Gelegenheit freundeten wir uns auch gleich mit drei Mädchen aus Düsseldorf an. Obwohl wir wussten, dass wir am nächsten Tag in die Schule gehen mussten, freuten wir uns auf Tag 2.

Mit dem Bus (das englische Bussystem ist viel besser als das deutsche) fuhren wir dann in die Schule. Sie machte verhältnismäßig wenig Spaß, aber was soll man schon von Unterricht erwarten? So vergingen die Tage, wir verbrachten unsere freien Nachmittage am Strand, in der Stadt oder bei vom Kursleiter angebotenen Aktivitäten, wie zum Beispiel Minigolf spielen. 

Auf den Londontrip freuten wir uns allerdings besonders. Die Größe Londons faszinierte uns sehr, wir kauften (wie Mädchen das nun mal machen) in der Oxford Street ein und gingen dann in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett.

Eine Woche war nun vergangen. 4 Tage vor der Abreise gab es dann bereits ein verfrühtes Abschiedsbarbecue am Strand. Alle trugen ihre Badesachen und wir gingen abwechselnd ins Wasser oder aßen etwas von dem (teils verbrannten) Fleisch. Nachdem es jedoch anfing zu regnen, mussten wir uns unter die Brücke setzen, wo wir uns mit drei Jungs unterhielten und viel Spaß hatten. Leider ging auch dieser Abend zu Ende (wir mussten im Regen nach Hause laufen) und der letzte Tag war angebrochen.

Wir freuten uns auf unser Zuhause, doch wir wollten noch einen letzen Abend mit unseren Freunden am Strand verbringen. Ich hatte jedoch vergessen, meine Badesachen anzuziehen, doch auch das hinderte mich nicht daran, ins Wasser zu gehen (oder besser, hineingezogen zu werden). Glücklich über den letzten Abend (und sehr nass) gingen wir nach Hause.

Der Abschied fiel uns schwer, schließlich würden wir unsere (sehr, sehr nette) Gastfamilie wohl nie wieder sehen. Doch schon als wir im Bus saßen, waren wir froh bald wieder in Deutschland zu sein (auch trotz der "Kälte" und des Regens). Auch mit einigen Verzögerungen saßen wir dann letztendlich im Flugzeug, das uns wieder zurück nach Deutschland bringen sollte.

Wir verließen England mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sicher werde ich noch einmal nach Groß-Britannien fliegen, doch diese Sprachreise war ein unvergessliches Erlebnis.

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