Erfahrungsberichte aus Vancouver

Nadine Lienert

Off to Vancouver

Obwohl ich die ganze Zeit vorher ziemlich gelassen war, wurde ich kurz vor der Zollkontrolle in Frankfurt doch etwas nervös. Ich realisierte, dass nun drei Wochen Kanada vor mir lagen und mich nun in einem guten halben Tag 10 Stunden Flugzeit von Deutschland trennen würden. Als ich dann endlich im Flugzeug saß, war ich dann aber schon wieder ziemlich ruhig. Zum Glück hatte ich einen Direktflug, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass meine Koffer mit mir ankommen, meiner Meinung nach, sehr viel höher war als wenn ich hätte umsteigen müssen. Das beruhigte mich sehr. Der Flug war ganz in Ordnung; sicherlich gibt es schönere Dinge als 10 Stunden Wolken von oben zu betrachten, doch ich versuchte auch sehr viel zu schlafen um die Zeitverschiebung besser zu verkraften. Ich flog nämlich so zu sagen mit der Zeitzone mit: Frankfurt 13:00 Start – Vancouver Landung 14:00. Sehr lustig! ;-)

Ich hatte einen Transfer gebucht vom Flughafen zur Gastfamilie. Das verlief alles reibungslos. Meine Gastfamilie, mit der ich vorher schon E-Mail Kontakt pflegte, holte mich pünktlich am Flughafen ab. Auch wenn ich sie schon von Fotos her kannte, war mir das Namensschild, welches sie in der Hand hielten, doch eine große Hilfe, da ich bei weitem nicht die einzige war, die abgeholt wurde… ;-)

Ich wurde sehr herzlich empfangen. Nachdem wir nach Hause gefahren waren und mir mein Zimmer gezeigt wurde, fuhr ich mit meiner Gastmutter und meiner kleinen Gastschwester Vanessa (5) mit dem Skytrain zur Schule, um mir den Weg einzuprägen. Dort holte uns dann mein Gastvater mit meiner neun-jährigen Gastschwester Amanda ab und wir fuhren anschließend noch zum Stanleypark. Nachdem wir in Chinatown für das Abendessen eingekauft hatten (meine Gasteltern kommen ursprünglich aus Hong Kong & dem Vietnam), machten wir uns auf den Heimweg. Zu Hause lernte ich dann auch meine beiden „room-mates“ kennen: Eri aus Japan und Laura aus Venezuela. Ich verstand mich mit beiden auf Anhieb wunderbar. Ziemlich erschöpft ließ ich mich an diesem Abend ins Bett fallen und „genoss“ meine erste Nacht in Kanada. Wobei ich zugeben muss, dass es schon lange Zeit gedauert hat, bis ich realisieren konnte, dass ich jetzt wirklich in Kanada bin, auf der anderen Seite des Globusses…

Da ich natürlich noch niemanden kannte, nahm mich Eri am Sonntag mit nach Chinatown. Dort und auch noch in Downtown verbrachten wir mit noch einigen ihrer Freundinnen den Tag. Alle nahmen mich echt total freundlich auf.

Am Montag war mein erster Schultag: Einstufungstest. Ich kam schon mal zehn Minuten zu spät, da der Skytrain, der normalerweise wirklich alle 3-5 Minuten fährt, an diesem Morgen 15 Minuten auf sich warten ließ und dann natürlich demzufolge entsprechend überfüllt war. Den Test durfte ich dann aber trotzdem noch mitschreiben. ;-) Nach kurzen „Einzel-Interviews“ wurden wir dann in die Level eingeteilt. Es gab für alle eine kurze Einführung in die Stadt, die Schule – kurzum eigentlich alles was man wissen musste. Dann mussten wir unsere Kurse wählen. Es gibt wirklich eine breite Palette von Kursangeboten. Für mich allerdings war diese etwas eingeschränkter, da für mich als 16-jährige „Business English“ und Vorbereitung auf TOEFL oder ähnliche Tests wohl eher uninteressant war. Auch sollte man wissen, dass einige Kurse wie z.B. „Journalism“ oder „English through film making“ erst ab vier Wochen belegbar sind. Ich entschied mich dann für „Academic Preparation“ und „Communication“ und ich muss sagen, dass ich diese Wahl nicht eine einzige Sekunde bereut habe. Meine beiden Klassen waren super, meine beiden Lehrer waren spitze und ich habe, obwohl ich nur drei Wochen die Schule besuchte, eine Menge gelernt.

Die Schule bietet insgesamt eine sehr freundliche Atmosphäre. Die Rezeption der Schule ist Ansprechpartner und auch sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn man Probleme mit der Gastfamilie hat, dann kann man sich direkt ans „Homestay Department“ wenden. Am Anfang jeder „session“ (eine „session“ ist eine Art Unterrichtseinheit von vier Wochen; am Ende jeder „session“ gibt es einen Abschlusstest in jeder Klasse, dann bestimmt der Lehrer dein neues (oder auch altes ;-)) Level und man wählt seine Kurse neu; TIPP: Am besten man beginnt seine Schulzeit am Beginn einer „session“) gibt es einen Plan mit allen Aktivitäten, die für diese „session“ geplant sind. Man kann sich dann im „activity department“ anmelden, aber meldet euch rechtzeitig an, vor allem für die Wochenendtrips, sonst sind die Plätze weg! :-)

Ich habe meine Zeit nach der Schule meist mit Freunden, die ich in der Schule kennen lernte, in Downtown verbracht. Mein persönlicher Lieblingsplatz war der Coal Harbour Park. Sehr schön zum relaxen mit Blick auf den Coal Harbour, den Stanley Park, North Vancouver und die startenden und landenden Wasserflugzeuge. Aber auch Gastown (natürlich mit der berühmten Steam-Clock! ;-)) mochte ich sehr gerne, vor allem wegen seiner wunderschönen Souvenirshops. Wenn ihr richtig viel shoppen wollt, solltet ihr entweder nach „Metrotown“, ein riiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeesiges Einkaufszentrum direkt an der gleichnamigen Skytrain-Station oder zum Outlet-Park in New Westminster gehen. An meinen beiden Wochenenden bin ich dann, jeweils auf eigene Faust – ohne Schule, mit Freunden nach Whistler und nach Victoria gefahren. Diese Ausflüge werden aber auch mit der Schule angeboten.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass sich die drei Wochen voll und ganz gelohnt haben. Ich bin jetzt um viele gute Erfahrungen und viele Freunde in der ganzen Welt reicher geworden. Die Tatsache, dass ich diese Reise mit erst 16 Jahren schon machte, stellte keine größeren Probleme dar. Und ich kann jedem, der Reisen und Kanada genau so gerne mag wie ich nur sagen: Just do it!!!

Have fun!

Nadine Lienert

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