Marcella Härle

Ein letztes Mal drehte ich mich um und ein letztes Mal sah ich meine Mutter winken. Dann versperrte eine Menschenmenge mir die Sicht. Ja, dieses Jahr ging es wieder nach England - nach Hastings! Ich spürte schon das Kribbeln im Bauch, als ich zu unserem Gate ging und etwas unwohl fühlte ich mich auch. Denn überall sah ich nur welche zu zweit oder zu dritt stehen. Jeder kennt das, wenn man sich so ausgeschlossen fühlt. Doch dann im Flugzeug freundete ich mich mit einem Jungen - Matthias - an, der die ganze Zeit versucht hatte mein Buch mitzulesen.

Als wir in den Bus stiegen, teilte sich die Gruppe ziemlich auf; die Jungen saßen hinten und die Mädchen vorne. Also hatte ich schon wieder keinen zum Unterhalten. Mir blieb schließlich nichts anderes übrig als mich neben ein Mädchen zu setzen, was mindestens drei Jahre jünger war und was mich hinterher die ganze Fahrt lang zugequatscht hat. Aber so wurde ich wenigstens unterhalten ;).

In Hastings angekommen, wurden die Gastfamilien erstmal von allen kritisch beäugt. Zum Schluss blieben nur noch ein Mädchen - Antonia - und ich übrig und wurden der Familie Gausden zugeteilt. Herr Gausden, der uns abgeholt hat, war mindestens 2 Meter groß. In unserem Haus bekamen wir erstmal etwas zu trinken und unser Gastvater hat uns dann unser Zimmer gezeigt; mit wunderschönem Ausblick auf den Garten mit Trampolin und Swimmingpool ;).

Die nächsten Tage verliefen relativ ereignislos. Bis die Tochter und die Frau unseres Gastervaters kamen. Bis dahin waren die beiden auf einem Bauernhof oder so gewesen. Die Tochter war acht Jahre alt und konnte (wie das bei kleineren Mädels so ist) manchmal ziemlich nervig sein. Aber gut war, dass unsere Gastfamilie (eher die Gastmutter) gut kochen konnte und wir so immer gut versorgt waren. Auch die Gruppe dort in Hastings war unübertreffbar. Alle total sympathisch und nett (okay, einige Ausnahmen waren schon dabei).

Das Beste dieses 'Urlaubs' war aber, dass wir in der Straße in der wir wohnten zwei Limousinen stehen hatten!! Und der Trip nach London war auch sehr beeindruckend.

Ins Meer konnten wir leider nicht, da es viel zu kalt war in den Osterferien, aber trotzdem war es immer wieder schön, in einer Gruppe von 5-6 Leuten am Strand entlangzuwandern, während die Sonne untergeht. Überhaupt waren die zwei Wochen total stressfrei: Schule fing erst um 9 Uhr an und den restlichen Tag konnte man machen was man wollte. Zwar wurden Aktivitäten angeboten, doch wir sind auch oft genug einfach durch die Stadt gebummelt oder haben uns einen schönen Tag am Strand oder im Park gemacht.

Es ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen mal mit seinen Eltern drüber zu reden und eine Sprachreise nach England zu machen. Sonst verpasst man was! Da ich dieses Jahr schon das zweite Mal in Hastings war, werde ich nächstes Jahr Eastbourne mit meiner Anwesenheit beehren (kleiner Scherz ;) und mal schauen, ob es dort genauso wunderschön ist wie in Hasting.

Alles Liebe, Eure Marcella =)