Erfahrungsberichte aus New York

Felix Fromm

Erfahrungsbericht New York 2015

„Concrete jungle where dreams are made of, there´s nothing you can´t do, now you´re in New York“ – so singt es Alicia Keys in ihrem Song Empire State of Mind über die Stadt die niemals schläft, welche ich für drei Wochen lang als iSt-Sprachschüler erleben durfte. Drei Wochen, in denen ich Menschen aus unterschiedlichsten Ländern kennenlernte und mit ihnen die verschiedensten Seiten der Stadt erkundete – von den berühmten Sehenswürdigkeiten über versteckte Plätze außerhalb bis hin zum New Yorker Nachtleben. Ein Erlebnisbericht von Felix F.
Doch alles schön der Reihe nach: Nach acht Stunden Flugzeit erreiche ich am Samstagnachmittag den JFK Flughafen und komme mir ziemlich verloren vor unter all den vielen Menschen. Da bin ich froh, den Transferservice über iSt gebucht zu haben, welcher mich abholt und zu meiner Gastfamilie fährt.  Nach circa einer Stunde komme ich in Bronx an. Meine Gastfamilie – komplett anders als erwartet. Wer stellt sich denn auch nicht die typische amerikanische Familie aus den Filmen vor, die in einem beschaulichen Vorort in einem netten Einfamilienhaus mit Vorgarten lebt, zwei Kinder hat; der Vater in einer Bank arbeitet und sich morgens im Auto über den Berufsverkehr aufregt – stattdessen aber: Ein kleines Reihenhaus in Bronx, mein Weg in die 18,9 – Millionen – Einwohner - Stadt: Eine Stunde Subway in der Rush Hour. Allein.
Ziemlich neu und ungewohnt für einen, der aus dem kleinen beschaulichen Freiburg kommt. Und an den ersten Tagen auch nicht gerade einfach, alles zugleich im Auge zu behalten, zumal ich noch den Jetlag (8h Zeitverschiebung) ein bisschen merke: Welche Subway muss ich nehmen? Wo muss ich umsteigen? Ist uptown oder donwtown die richtige Richtung? Keine Eltern oder Gruppenleiter, die alles durchorganisieren. Hier ist Selbstständigkeit gefragt!  
Am Montag findet um 09:00 Uhr die Einführung statt: Ich werde nach schriftlichen und mündlichen Kenntnissen getestet, um mein Kursniveau herauszufinden. Alle Dokumente werden gecheckt, die Schule gezeigt – und mittags ist es schon wieder fertig. Zeit genug also, durch die Straßen von New York zu gehen und einen ersten Eindruck von der Metropole zu erhalten.
Am Dienstag dann der erste richtige Schultag. Das heißt, der Wecker klingelt um sechs Uhr, nach einem Frühstück kaufe ich mir schnell noch einen Coffe to go und nehme dann die Subway downtown, so wie unzählige andere auch. Also leider nur einen Stehplatz abbekommen, dafür aber schon das richtig amerikanische „Business-Gefühl“.  Am Empire State Building angekommen betrete ich dieses durch die schicke Mamorhalle. Überall stehen Mitarbeiter im teuren Anzug und begrüßen mich mit „Good Morning Sir, have a great day!“ Mit dem von der Schule erhaltenen Pass spare ich mir langes Anstehen und Kontrollieren, sodass ich  direkt zu den Fahrstühlen gehen kann. Statt Knöpfe drücken heißt es Touch Display bedienen und dann auf einen der 73 (!) Aufzüge warten, der mich hoch in den 63. Stock des Empire State Buildings bringt. Dort sitze ich nun montags bis freitags in einer Klasse von etwa zwölf Leuten, die aus den unterschiedlichsten Ländern herkommen. Von 08:30 Uhr bis 11:40 Uhr findet der Unterricht statt, der aus verschiedenen Teilen besteht: Grammatik und neue Vokabeln lernen, Vorlesen, präsentieren. Wöchentlich ein unterschiedliches Thema, zu welchem es auch mal kleine Spiele gibt, und täglich eine kleine Hausaufgabe zur Wiederholung. Der Schulort: Genial, weil wir mitten im Zentrum sind und uns der Nachmittag zur freien Verfügung steht – hat man Lust und das nötige Kleingeld, kann man mit der Organisation vor Ort New York und seine Sehenswürdigkeiten entdecken. Ein umfangreiches Angebot stellt sie auf die Beine – so gehe ich einmal in einem Broadway Musical (was eine großartige Show war) und sehe die Eröffnungspartie der US Open (was ein unglaubliches Gefühl war, wenn man die Atmosphäre live miterlebt)… Oder aber man zieht auf eigene Faust los. Dass das am meisten Spaß mit der passenden Gesellschaft macht ist klar, und so kristallisieren sich im Verlauf der ersten Woche einzelne Gruppen heraus, je nach Interesse. Ich habe das große Glück, in Begleitung einer Spanierin, einer Argentinierin und einer Münchenerin New York entdecken zu können. Doch das ist völlig ungezwungen – manchmal möchte man dann doch etwas sehen was sonst keinen sonderlich zu interessieren scheint, manchmal stößt noch jemand aus Russland und der Türkei dazu – mal ist man alleine unterwegs, mal zu siebt. Grundvorrausetzung: Offen sein für alles und keine Scheu haben, Englisch zu sprechen. Dann kann man eine der großartigsten Erfahrungen seines Lebens machen.
Und so habe ich innerhalb meines dreiwöchigen Aufenthalts Zeit genug, New York zu erleben. Mit einem Gefühl, als würde ich dort selber wohnen, und nicht nur für drei Wochen als Tourist da sein. Natürlich besichtige ich die Orte, die einem als erstes in den Sinn kommen, wenn man an New York denkt: Central Park, Freiheitsstatue, 9/11 Memorial, Times Square, MoMA … Aber drei Wochen sind Zeit genug, auch verstecktere Plätze aufzusuchen, wie zum Beispiel eine alte Klosteranlage mit Garten am Rande der Stadt, oder die Fahrt mit einer Gondel  durch die Hochhäuser und über den East River auf eine kleine Insel zu machen. Eines der vielen Highlights für mich aber war den Sonnenuntergang von Brooklyn aus mit Sicht auf die Brooklyn Bridge zu sehen und dann eine Schiffstour entlang der beleuchteten Skyline Manhattans zu machen – gut angelegte vier Dollar. Sehr viel mehr kostet in New York hingegen das Essen und die Eintritte für die Museen: Da kann es schon mal vorkommen, dass man für ein Mittagessen um die 15 Dollar, und für einen Museums Eintritt 21 Dollar zahlt. Meistens bekommt man dafür aber echt was geboten, wie zum Beispiel im American Museum of Natural History (bekannt aus dem Film „Nachts im Museum“) oder im Inteptrid Space Museum, welches aus einem voll begehbarem alten Kriegsschiff besteht, auf dessen Deck man ein echtes Space Shuttle hautnah sehen kann…
So vergehen die drei Wochen quasi wie im Flug: Jeden Tag sehe ich andere Plätze, andere Viertel – vom hippen Chelsea, das mich an Berlin erinnert, über die berühmt – berüchtigten Straßen von China Town, bis hin zu den elegant – extravaganten Einkaufsstraßen Manhattans. Von Langeweile keine Spur.
Und so rückt auch mein letzter Schultag immer näher, an dessen Ende mich eine kleine Graduation Feier erwartet, in welcher in mein Zertifikat überreicht bekomme. Und am nächsten Morgen heißt es leider schon packen und auf Wiedersehen sagen – denn zurück nach New York möchte ich auf jeden Fall nochmal!
Am Ende meines Berichtes möchte ich noch kurz ein paar Tipps für Euren Aufenthalt schreiben, die einem meiner Meinung nach einiges erleichtern können: Bereitet euch vor – ich habe immer meinen Reiseführer mitgeschleppt, der einem nützliche Tipps rund um Anfahrt, Möglichkeiten vor Ort oder Vergünstigungen gibt. Nehmt eine Kreditkarte mit – selbst bei Beträgen von wenigen Dollar kann man sie schon problemlos einsetzen und muss nicht ständig Geld abheben gehen, was weitere  Gebühren kostet. Plant immer mehr Zeit ein als ihr laut Beschreibung für einen Weg braucht – die Subway Verbindungen funktionieren zwar fast immer reibungslos, nur gerade am Wochenende wird viel renoviert und umgeleitet; und vor allem in der ersten Woche braucht man immer noch mehr Zeit sich zu orientieren …  

 

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