Annika Kirchner

Bald war es soweit. Ich (17 Jahre alt) sollte meine gebuchte Jersey-Reise antreten. Natürlich war ich total aufgeregt, denn es war das erste Mal, dass ich so eine 2-wöchige Sprachreise machte. Ich habe mich entschieden, die Reise alleine, ohne Freunde anzutreten, weil ich glaubte, dadurch mehr vom Land und von der Sprache mitzubekommen. Am Flughafen in Hannover angekommen, habe ich schon die ersten iSt-Teilnehmer gesehen. Gekennzeichnet durch den blauen Rucksack und einen Aufkleber. Unser Flug hatte über 1 Stunde Verspätung, so dass man sich während der Wartezeit automatisch etwas näher kam und das ein oder andere Wort miteinander wechselte. Allerdings war mir etwas bange als ich sah, dass sich die anderen Teilnehmer schon kannten. Zudem musste ich feststellen, dass die anderen 3-4 Jahre jünger waren und fing an, mir Sorgen zu machen.

Den Flug habe ich als sehr angenehm empfunden. Es war nur ein kurzer Flug (ca. 1 1/2 Std.) und ein recht neues Flugzeug. Gleich zu Beginn wurde leckeres Essen vom netten Personal verteilt und auch mit meinen Sitznachbarn gab es keine Probleme.

Als ich dann am Flughafen ankam, standen schon die Gasteltern am Ausgang und haben auf uns gewartet. Die meisten hatten Schilder mit den jeweiligen Namen der Schüler bei sich, andere haben einfach drauf los gefragt. Meinen Gastvater habe ich schnell gefunden. Er hatte eine sehr lockere, junge und frische Art an sich, die mir gleich sympathisch war und meine Angst vor Verständigungsproblemen zumindest etwas nahm. Mein Gastvater Chris hatte seinen kleinen Sohn Ben mitgebracht. Ein süßes, freches Kerlchen mit dem es nie langweilig werden sollte.

Zu Hause angekommen zeigte mir die Mutter gleich das ganze Haus. Ich sollte in einer separaten Wohnung im Keller mit eigenem Badezimmer schlafen. Die Wohnung habe ich mir mit einem spanischen Mädchen geteilt, das zwar 2 Jahre jünger als ich war, aber total lieb.
Ich habe mich schnell mit ihr angefreundet und da sie schon 3 Wochen länger auf der Insel wohnte, konnte sie mir alles zeigen. Sie war in erster Linie mein Ansprechpartner, sie zeigte mir die Stadt, den Strand und sie stellte mich ihren Freunden vor. Trotz der verschiedenen Nationalitäten haben wir uns erstaunlich gut verständigen können und ich wurde sofort in die Gruppe integriert. 

Ich habe das College in St. Helier besucht und wurde morgens mit dem Schulbus, der im Übrigen kostenfrei ist, zur Schule gefahren. Dort wurden die Neuankömmlinge von einem Lehrer empfangen und zu einem Test eingeladen. Ich habe mir den Test viel schlimmer vorgestellt und dachte: "das schaff ich nie". Aber an alle, die das Gefühl haben, ihr Englisch ist zu schlecht und die Angst vor diesem Test haben, es ist nur ein Test, der hilft, dich in die richtige Klasse einzuteilen...also keine Angst davor!!!

Meine Klasse bestand nur aus Deutschen, aber da wir in der Klasse ausdrücklich kein Deutsch sprechen durften, habe ich trotzdem sehr viel gelernt. Und obwohl es sich um eine Schule handelte, hatte ich nie das Gefühl, unter Druck zu stehen. Ich habe mit viel Spaß, mit vielen netten Freunden und Lehrern, freundschaftlich und ohne Hemmungen gelernt. Meine Klasse ist mir schnell ans Herz gewachsen. Dort waren sehr viele nette Leute und schon bald kannte jeder jeden.

Ich hatte werktags ca. 3 Stunden Unterricht und am Nachmittag standen uns aufregende Angebote, wie zum Beispiel Rubberrings, Bananaboat, Besichtigungen, Surfen und vieles mehr zur Auswahl. Ich habe mich meist für die sportlichen Aktivitäten eingetragen, die sind nämlich sehr zu empfehlen, aber es ist auch was für die Ruhigeren unter uns dabei. Die Strandbesuche sind im übrigen auch fabelhaft. Besonders sehenswert ist der Plemont Bay. Ein Traumhaft schöner Strand eingebettet in einer felsigen Bucht.

Am Abend war ich dann immer hundemüde, aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen, noch zum Liberation Square zu fahren. Das ist der Treffpunkt aller Jugendlichen und dort wird es nie langweilig. Der Liberation Square liegt mitten in der Stadt am Buszentrum.

St. Helier ist eine gemütliche kleine Stadt, in der man sehr gut Shoppen, Eisessen oder einfach nur den Tag genießen kann. Es sind kleine Fußgängerzonen, die ich unglaublich schön finde. Das einzig negative sind die Preise, die ein ausgelassenes Shoppen nur bedingt zulassen. Aber keine Angst sooo teuer ist es nun auch wieder nicht und wenn gerade Schlussverkauf ist, findet man auf jeden Fall preiswerte Artikel.

Am Rand von ST. Helier liegt ein kleiner Hafen mit vielen Yachten. Von dort aus kann man wunderbar an der Promenade spazieren gehen. Man hat einen wunderschönen Blick auf das Meer, die oft breiten Strände und die vielen Burgen.

Ich habe in St. Aubin gewohnt, nur ein paar Minuten vom Strand und mit dem Bus ca. 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Eine Busfahrt Richtung Stadt kostet von da aus mittags ca. ? 0,50 und ab 19.00 Uhr ? 1,-. Oftmals jedoch sind die Busfahrer sehr nett und wenn ihr lieb fragt, gibt es eine kleine Ermäßigung. Ich kann euch sowieso nur raten, die Menschen auf Jersey anzusprechen. Die meisten sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Abschließend kann ich sagen, habe ich sehr viel dazu gelernt. Meine anfänglichen Zweifel sind unbegründet gewesen. Ich bin selbstbewusster im Umgang mit meinen Englischkenntnissen geworden, auch selbstständiger, habe viele nette Leute und andere Sitten kennen gelernt. Ich würde diese Reise jederzeit wiederholen!!!

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