Annika H.

Anfang des Jahres entschied ich mich, mit meiner besten Freundin eine Sprachreise nach England zu machen. Wir beide wollten schon immer ins Ausland, ein Auslandsaufenthalt war uns beiden aber viel zu lang. Also schien so eine Sprachreise perfekt für uns.

Im Juli standen wir dann, bereit für 3 Wochen voll aufregender Erlebnisse, am Stuttgarter Flughafen. Von da aus ging es nach London Heathrow. Dort war sehr viel los, unter anderem wegen der Olympischen Spiele, die genau in dieser Zeit stattgefunden haben.

Als wir dann mit dem Bus nach Brighton fuhren, konnten wir schon einige Bekanntschaften mit ein paar Mädels und Jungs machen und uns den ersten Eindruck von England holen. Vor allem der Linksverkehr auf der Autobahn war am Anfang verwirrend, man gewöhnt sich jedoch schnell daran.

In Brighton angekommen staunten wir erstmal, was für eine tolle Stadt das ist, mit dem Royal Pavilion, dem Meer, dem Brighton Pier und der netten englischen Atmosphäre.

Nach unserer Ankunft bekamen wir erst mal ein paar Infos und unseren Freizeitplan, der schon sehr reich bestückt war mit allen möglichen Freizeitaktivitäten und Ausflügen.

Nach und nach wurden alle Teilnehmer von ihren Gastfamilien abgeholt. Meine beste Freundin und ich wurden von einem Taxi abgeholt, was uns erstmals ein bisschen gewundert hat. Bei unserer Gastfamilie erwartete uns eine sehr nette Familie, die bei uns jedoch einen sehr „verrückten“ Eindruck machten, da sie alle nur im Bademantel unterwegs waren. Die alleinerziehende Mutter Sharon ist Security und musste erst mal zum Arbeiten, unser 19 jähriger Gast Bruder hatte einen gebrochenen Kiefer und Sophie (18) erschien uns erst mal ganz normal.

Die Wohnung  unserer Gastfamilie war klein, aber sehr schön eingerichtet. Auf dem Weg in unser Zimmer erfuhren wir, dass noch zwei deutsche Gastschüler hier wohnen und wir mit Hendrika ein Zimmer teilen mussten.

Am Abend erhielten wir dann zum ersten Mal einen Vorgeschmack auf das englische Essen. Zum Frühstück gab es jeden Tag entweder Cornflakes oder ungetoasteten Toast. Ungetoasted deshalb, weil unsere Gastschwester Sophie die Badewanne überlaufen hat lassen und dabei wurde die Küche überschwemmt. Leider hat es auch den Toaster erwischt.

Danach haben wir unsere Familie immer als verrückt beschrieben. Als Lunchpaket hatten wir fast jeden Tag ungetoasteten Toast mit allem möglichen drauf, ein Joghurt oder einen Muffin und meist noch einen Apfel und einen Schokoriegel. Die Getränke in England sind überhaupt nicht abwechslungsreich, jeden Tag erhielten wir stilles Wasser und nicht mal im Supermarkt gab es annähernd etwas Ähnliches wie Apfelschorle.

Am ersten Tag wurden wir von unserer Gastmutter zum Pier gefahren, es war tolles Wetter und wir trafen zum ersten Mal unseren ganzen Kurs und unsere super nette Kursleiterin Laura. Der Kurs bestand aus 23 Leuten aus ganz Deutschland und alle haben sich auf Anhieb super verstanden. Dann ging‘s los auf eine kleine Sightseeingtour durch Brighton. Wunderschöne Stadt und trotz 250 000 Einwohnern sehr ruhig! Vor allem das gigantische Shoppingcenter mitten in der Stadt, welches danach auch gleich von allen aufgesucht wurde.

Am Montag war unser erster Tag am Brighton College. Dort mussten wir zuerst den Einstufungstest schreiben. Das mag zwar schwer klingen aber war er eigentlich gar nicht. Am nächsten Tag wurden wir dann in drei verschiedene Gruppen eingeteilt á ca. 8 Personen. Wir hatten jeden Tag 3 Stunden Unterricht. Eine Stunde wurde von Laura, unserer Kursleiterin, gehalten, sie machte grundsätzlich grammatikalische Wiederholungen. Die anderen zwei wurden von englischen Lehrern unterrichtet und es standen grundsätzlich Kommunikation und Landeskunde im Vordergrund. Dieser Unterricht mag sich sehr langweilig anhören, war jedoch genau das Gegenteil. Die meisten Unterrichtsstunden bestanden in unserem Kurs aus Lachen und uns war nie langweilig.

Das Freizeitprogramm war genial, es bestand aus den verschiedensten Sachen: von Kino über Kanufahren, Ausflüge nach London und Museen. Es war auf jeden Fall für jeden etwas dabei.
Mittags nach der Schule standen meist kleinere Ausflüge an wie z.B. der Undercliff Walk, Bodyboarding oder Beachvolleyball.

An den zwei Samstagen sind wir nach London gefahren, inklusive Sightseeing, Shopping und das beste: Madame Tussauds. Leider war London wegen Olympia ein bisschen überfüllt und das Einzige, was wir von den Spielen mitbekommen haben, waren Securities, Absperrungen und einen Haufen Leute. Das war ein bisschen schade, aber wir sind ja nicht deshalb nach England geflogen.

Am ersten Sonntag haben wir einen Ganztagesausflug nach Windsor Castle/Eton und Oxford gemacht. Dieses Funpack war jedoch nicht im Preis enthalten,  aber es lohnt sich auf jeden Fall, daran teilzunehmen.

Mein Fazit:
Das war der gigantischste und beste Sommer meines Lebens. Ich habe fast 2000 Bilder gemacht und das will was heißen. Brighton ist genial und viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Meine Englischkenntnisse haben sich wirklich verbessert und ich kann jetzt nach nur 3 Wochen fast fließend sprechen. Außerdem habe ich auch sehr viele neue Freunde kennen gelernt, England und seine Sitten mal live erlebt und entschieden, dass kein anderes Land das deutsche Essen übertreffen kann. Vor allem aber hat mich die Höflichkeit der Engländer fasziniert. An jeder öffentlichen Einrichtung steht „please queue here“ und alle halten sich daran, sogar am Bus stellt sich jeder an und niemand drängelt vor. Bei uns in Deutschland wäre das unvorstellbar.

Es lohnt sich wirklich, diese Reise zu machen, jedoch haben wir gemerkt, dass sich 3 Wochen viel länger anhören, als sie dann sind, denn wir wollten gar nicht wieder von Brighton weg.

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