Erfahrungsberichte aus Brighton

Christoph Wietzorek

In den Sommerferien  machte ich meine erste Sprachreise nach Brighton in England. Zudem auch meinen ersten Urlaub auf eigene Faust. Was mich dazu bewegte? Ich hatte wenig Lust, die gesamten Sommerferien nur zu Hause in Deutschland zu sein und außerdem macht mir die englische Sprache sehr viel Spaß und ich erhoffte mir, in diesen 2 Wochen meine Kenntnisse ein wenig zu verbessern.

Zunächst war mir etwas mulmig zumute, da niemand von meinen Freunden mit mir kommen wollte und ich somit niemanden aus der Gruppe kannte. Aber schon auf dem Hinflug lernte ich sehr nette Leute kennen.

Nach schätzungsweise 9-10 Stunden Reise waren wir dann auch in Brighton angekommen, wo wir von unseren Gastfamilien in Empfang genommen wurden. Meine Gasteltern hießen Lee und Wendy und waren supernett! Ich lebte noch mit 3 anderen Schülern in der Gastfamilie. Eigentlich sollte ich zunächst nur mit einem Schüler in die Familie kommen aber letztendlich hatte ich mit den zusätzlichen Schülern überhaupt kein Problem. Wir verstanden uns alle super, hatten unseren Spaß und es gab immer was zu erzählen.

 

Meine Gasteltern waren wirklich sehr zuvorkommend. Das Essen war immer sehr abwechslungsreich und lecker und wir bekamen sogar eigene Schlüssel, damit wir kommen und gehen konnten wann wir wollten. Morgens gab es immer ein ganz normales Frühstück: Toast, Nutella, Cornflakes - quasi alles, was man auch aus Deutschland kennt. Wenn wir morgens das Haus verließen, bekamen wir immer ein Lunchpaket mit einem Sandwich, Chips (bzw. in England Crisps), ein bisschen Obst und etwas zu trinken. Nach einer Zeit waren wir es zwar Leid, jeden Tag Chips zu essen, aber das ist nun mal englischer Lifestyle!

Der Weg zur Schule dauerte leider immer gute 45 Minuten, da wir etwas weiter außerhalb wohnten. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich diese Zeit am Tag immer genossen habe, um mal ein wenig abzuschalten, da man ansonsten eigentlich immer etwas zu tun hatte oder Leute um sich hatte. Unsere Lehrer und gleichzeitig auch Betreuer waren allesamt sehr nett und man konnte auch gut außerhalb der Schulzeit mit ihnen reden. Die Schule an sich war sehr modern eingerichtet. In jedem Klassenraum gab es Computer und Beamer - Kreidetafeln kennt man in England anscheinend nicht mehr. Ich hatte jeden Tag 3 Stunden Unterricht bei 3 Lehrern - also jede Stunde einen anderen Lehrer. Alternativ konnte man auch den Intensivkurs wählen. Diese Schüler hatten noch 2 Stunden zusätzlich am Tag. Insgesamt war der Unterricht immer recht kurzweilig und weitaus lockerer als in Deutschland. Hausaufgaben gab es nur selten und wenn, dann wenige und man konnte sie sehr schnell erledigen.

Nach der Schule hatten wir immer 1-2 Stunden Freizeit, um etwas in der Stadt zu essen oder um uns etwas am Strand zu entspannen. Der Strand in Brighton ist übrigens steinig und man sollte unbedingt passende Schuhe zum Strand mitnehmen. In der Stadt gab es so genannte „Lanes“, wo es total viele kleine Geschäfte und verschiedene Restaurants gab. Es gab also sehr viel zu entdecken und nach den 2 Wochen habe ich bestimmt noch immer nicht alles gesehen. Danach folgten verschiedene Aktivitäten. Am ersten Tag wurden uns beispielsweise alle wichtigen Plätze in der Stadt gezeigt oder wir haben das Museum besucht oder haben am Strand Volleyball gespielt. Die Teilnahme war übrigens freiwillig. Der Plan war sehr abwechslungsreich und wir hatten eigentlich immer unseren Spaß.

 

Nach dem Nachmittagsprogramm ging es für kurze Zeit wieder zur Gastfamilie, um zu Abend zu essen und anschließend eigentlich schon wieder zum Strand oder in die Stadt, wo man dann wieder seine neu gefundenen Freunde traf, gemeinsam zum Strand ging, in Bars etwas trank oder sein Kleingeld auf dem Brightonpier verspielt hat. Häufig waren wir erst um 12 Uhr im Bett und am nächsten Morgen zwischen 6 und 7 Uhr klingelte wieder der Wecker. Viel Schlaf hatten wir also nicht!

Das Wetter war sehr gemischt und leider eher bewölkt und regnerisch als sonnig und warm, aber das ist nun mal das englische Wetter. Wir ließen uns jedenfalls nicht die Laune verderben.

Planmäßig stand auch ein Tagestrip nach London an. Zusätzlich konnten wir noch andere Trips wählen, die allerdings nicht im Preis inbegriffen waren. Wir konnten zwischen einem Tagesausflug nach Windsor und Oxford und verschiedenen Musicalbesuchen in London auswählen. Der Ausflug kostete etwa 25 Pounds und die Musicals zwischen 20 und 40 Pounds.

In London waren wir zunächst am Buckingham Palace und haben uns die Wachablösung angesehen. Danach ging es direkt weiter zu Madame Tussaud’s, wo es allerdings sehr voll war und wir etwa 2 Stunden in der Schlange standen und nur wenig Zeit hatten uns alles anzusehen. Danach hatten wir 1-2 Stunden, um auf der Oxford Street zu shoppen und schließlich wurden uns noch die relevantesten Sehenswürdigkeiten auf dem Rückweg gezeigt. Insgesamt war die Zeit leider sehr knapp bemessen und da ich schon im Februar in London war, habe ich nicht viel Neues gesehen. Für Menschen, die zum ersten Mal in London waren, war der Ausflug aber sicherlich sehr interessant.

 

Der Ausflug nach Windsor und Oxford war leider nicht so gut. Für den Eintritt in den Palast in Windsor musste man pro Person 12 Pounds bezahlen und die Wachablösung war eher enttäuschend als beeindruckend. Es marschierten gerade einmal 9 Wachen über die Straße. Weiter ging es nach Oxford, wo wir die weltberühmte Universität besichtigten und den Speisesaal aus den Harry Potter Filmen sahen. Leider regnete es die ganze Zeit und die Stadt war durch den Tourismus viel zu überfüllt, auch wenn es ironisch klingt sich als Tourist über den Tourismus zu beschweren. Es war sicherlich ganz interessant,die Universität einmal zu sehen aber letztendlich würde ich sagen, dass sich dieser Ausflug weniger gelohnt hat.

Fazit: Insgesamt hat mir der Urlaub in Brighton sehr gut gefallen, auch wenn ich mich anfangs komisch fühlte. Ich kam schließlich in ein fremdes Land und lebte für 2 Wochen bei einer Familie, die ich noch nie gesehen hatte. Ich kann allerdings jeden, der diese Sorge teilt, beruhigen. Die Familie und generell die Engländer waren total freundlich und hilfsbereit. Ich fand sehr schnell Anschluss in der Gruppe und nach ein paar Tagen fand ich mich in der Stadt sehr gut zurecht und das Englisch sprechen stellte auch kein großes Problem mehr dar. Die Zeit verging wie im Fluge und ehe man sich versah, saß man schon wieder am Flughafen in London und wartete auf den Rückflug.

Allerdings war der Urlaub auch echt anstrengend. Man merkt es nach ein paar Tagen, wenn man täglich zwischen 6 und 7 Uhr aufsteht, den ganzen Tag unterwegs ist und abends um 0 Uhr wieder ins Bett geht. Aber erholen kann man sich auch wieder in Deutschland. Schließlich möchte man auch etwas erleben.

Ob ich durch den Urlaub besser Englisch spreche, kann ich schlecht sagen. Eher unwesentlich. Dafür sollte man schon mindestens 6 Monate im Ausland sein aber dafür habe ich eine andere Kultur kennen gelernt und tolle Menschen getroffen, wodurch sich die Sprachreise wirklich gelohnt hat.

Abschließend kann ich dieses Erlebnis nur jedem empfehlen!

Christoph Wietzorek

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