Victoria K.

Meine letzten Sommerferien sollten grandios werden! Aus diesem Grund habe ich mich mit meiner Surffreundin für einen dreiwöchigen Englandtrip nach Brighton angemeldet.

Vom Hamburger Flughafen aus nach London Heathrow und mit dem Bus weiter nach Brighton. Mein erster Eindruck von Brighton war recht bescheiden. An einem Samstagnachmittag war nichts los auf den Straßen; keine Menschenseele; eine graue, düstere Stadt. Hier soll ich die nächsten drei Wochen überleben? Wenigstens gibt’s einen McDonalds hier. An einem Strandparkplatz holte uns unsere hostmom Caryn ab. Im Auto brach sie das Eis und fragte uns nach unseren Vorlieben in Sachen Essen. Als wir zu Hause ankamen, haben wir den Rest der Familie kennen gelernt. Josh 17 und Shannon 11. Alle wirkten recht zurückhaltend und abweisend. Julia und ich zogen in das türkis-pinke Kinderzimmer von Shannon ein.

Am Sonntag trafen wir uns mit den anderen Deutschen am Brighton Pier, ein großer Steg mit einigen Fahrgeschäften, kleinen Souvenirshops und Spielautomaten. Mein erster Eindruck von gestern trügte. Die Sonne schien, blaues klares Wasser, Strand, nette Leute, Sommer. In unseren Kursen haben wir zu Fuß die Stadt ein wenig erkundet. Am Nachmittag wurde das Einkaufszentrum am Churchill Square inspiziert. Dreh- und Wendepunkt inmitten Brightons. Hier bekommt man eigentlich alles. Meine Illusionen einer kleinen Küstenstadt wurden übertroffen. Denn Brighton ist um einiges größer, als ich es mir vorstellte.

 

An unserem ersten Schultag im Brighton College, einem wunderschönen Internat, haben wir einen kleinen Grammatiktest geschrieben, um den Kurs nach Stärke einzuteilen. Die Gruppen waren 8 Leute groß. Wir hatten sowohl deutsche, irische als auch englische Lehrer in Fächern wie Aussprache, Grammatik, Poesie, Landeskunde und deutsche Abituraufgaben. Am Ende haben wir unsere Projekte vorgestellt, für die wir eine Woche Zeit hatten und die landesübliche Themen charakterisierten. Für die Nachmittage und Abende wurde ein freiwilliges Programm gestellt. Gefüllt mit sportlichen, kulturellen und spaßigen Aktivitäten.

Ich fühlte mich wohl in meiner Gastfamilie, bloß erweckte es den Eindruck, als leben wir in einer Pension, nicht in einer Gastfamilie, wir konnten kommen und gehen wann wir wollten und Essen stand für uns Gastschüler zur vereinbarten Zeit immer auf dem Tisch. Ich habe meine hostmum darauf angesprochen, denn der Sinn dieser Reise war in erster Linie, gescheites Englisch zu lernen. Seitdem aßen wir mit der Familie zusammen und haben abends zusammen gespielt oder  fern gesehen. Nach einiger Zeit verstand ich mich mit meinem hostbro so gut, dass ich oft was mit ihm und seinen Freunden unternommen habe. Schnell habe ich herausgefunden, dass die Engländer ein anderes Wassertemperaturverständnis haben, als ich mit Josh und seinen Freunden am Strand und auch im Wasser war. Wärmer und deutlich salziger als beispielsweise die Ostsee.    

 

An den Wochenenden erkundeten wir London. Neben dem Madame Tussaud’s ist die Oxford Street und der Picadilly Circus für Shoppingsüchtige zu empfehlen. Bei DiscoveryTours konnten wir Trips nach Oxford, Cambridge, Greenwich, Stonehenge oder auch Musicals und Fußballspiele in London dazu buchen. Am Sonntag also ging es auf nach Oxford, Windsor und Eton. Nach kurzer Stadtführung hatten wir Freizeit, um die Orte selbst zu erkunden. In Oxford hatten wir eine Führung durch das Harry Potter Schloss. Liebe Harry Potter Fans: Ich möchte nicht eure Fantasie erschüttern, doch hat die Filmindustrie einige Effekte verwendet um das Christ Church College pompöser erscheinen zu lassen.

Das absolute Highlight meiner Reise? Viele Nachmittage und Abende in der Familie aber auch mit den Deutschen. Ich habe mich absolut in dieses großartige Städtchen verliebt und werde nach dem Abitur einen weiteren unvergesslichen Sommer in Brighton verbringen.

Vicky