Richard Schabel

17. August - ein Tag, der etwas ganz Besonderes werden sollte, denn ich flog das erste Mal allein ins Ausland, um eine fremde Sprache zu erlernen.

Bei der Ankunft in Eastbourne wunderte ich mich über diese kleinen Häuser, in denen die Engländer dort wohnen und vor allem, wie man sich trotzdem in diesen so nett einrichten konnte.

Am nächsten Morgen wurden mein Zimmerkollege und ich von den 2 Kindern (ein 7-jähriger Junge und ein 8-jähriges Mädchen) unserer allein erziehenden Gastmutter mit einem fröhlichen „Good Morning“ aufgeschreckt. Ein Wecker ist dagegen gar nichts, glaubt mir! Eigentlich besteht bei der Person, die mich so aufweckt Todesgefahr, doch die beiden waren einfach zu niedlich.

Ich war mit allem zufrieden außer mit dem Essen, aber wer war das nicht! Ich stelle mir bis heute die Frage, wie man in England mit diesen Speisen überleben kann. Ein Tipp für die Mädchen: In England kann man super abnehmen! Ich selber verlor 3 Kilo!

Aber neben diesem Problem gab es viel Positives. London war eine dieser positiven Sachen. Die Stadt ist ein Abenteuer. Mit einer kleinen Gruppe besichtigte ich z.B. Harrods und Madame Tussaud‘s. Bei Harrods fiel nicht nur mir die Kinnlade herunter. In jedem Raum wurde die zu der Ware passende Musik gespielt und alles sah so frisch aus!!! Selbst die Teppiche sahen zum anbeißen aus. Ich musste aber leider dieses Paradies verlassen, denn wir wollten mehr als nur Harrods sehen.

Das nächste Ziel unserer Reise durch London war das Wachsfigurenkabinett bei Madame Tussaud‘s. Ich lernte „nette“ Leute kennen wie Johnny Depp, Adolf Hitler, Naomi Campbell (von der ich am meisten begeistert war), Brad Pitt und viele andere. Ich hatte auch das Glück, einen Gruselbereich, den man eingerichtet hatte, anzuschauen. Begleitet von zwei hübschen Mädchen kamen wir schließlich zum Eingang in diesen Bereich. Ein Schild war vor diesem ausgestellt und es sagte, dass Menschen mit schwachem Herzen ihn lieber nicht besichtigen sollten. Solche Informationen durften einen Mann (!?) wie mich nicht beunruhigen, also betrat ich ihn tapfer. Mehrere Schauspieler, die schrecklich hergerichtet aussahen (also geschminkt und nicht von aufgebrachten Besuchern verprügelt, wobei ich mir da auch nicht so sicher war) bewegten sich durch die Räume und waren die Auslöser der Schreie, die nach Außen drangen. Ich amüsierte mich prächtig im Gegensatz zu den Mädchen. Beide waren völlig verängstigt und schnürten mir das Blut in meinen Armen ab, so sehr klammerten sie sich an mich. Aber wir kamen einigermaßen heil hinaus.

Ich hatte auch das Glück, meinen 18. Geburtstag in Eastbourne zu feiern. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Ich wurde ausgiebig beschenkt (ein Hemd mit der Abbildung von Homer Simpson und Homer Simpson‘s Socken) und Glückwünsche überschütteten mich.

Alles in allem war es unglaublich. Ich kam mit 3 Kilo weniger, vielen Fotos, Unmengen von Souvenirs und mit meiner neuen Liebe zurück. Dank England hab ich jetzt eine Freundin, die das Beste ist, was ich dort bekommen konnte.

Ich empfehle jedem, eine Sprachreise zu machen, nicht nur wegen der Verbesserung der Sprache und den Sehenswürdigkeiten, sondern auch weil man sich viele Freunde machen kann oder wie es mir passiert ist, seine Liebe finden kann. Also denkt mal gut nach, was ihr zu Weihnachten auf den Wunschzettel schreiben sollt, damit ihr was erleben könnt!!!