Valletta: Kerstin C.

Wie entkommt man dem tristen Herbstwetter im Deutschland am besten? Auf diese Frage weiß ich seit meinen letzten Herbstferien die perfekte Antwort: 2 Wochen Sprachreise auf Malta!

Zwar hatten sich meine Freundin und ich auf gutes Wetter eingestellt, aber jeden Tag Sonnenschein bei 30°C – herrlich! Doch es war nicht nur das Wetter, das uns in Begeisterung versetzte; wir hatten uns dafür entschieden, die 2 Wochen zusammen bei einer Gastfamilie zu verbringen, um die Reise nicht nur als Urlaub, sondern auch als kulturelles Erlebnis verbuchen zu können.

Dies hat sich als sehr gute Erfahrung herausgestellt, da unsere Familie wirklich sehr freundlich war und wir uns wie zu Hause fühlen konnten. Natürlich ist der Wohnstandard niedriger als man es in Deutschland gewohnt ist, aber wenn man keine Luxussuite erwartet, ist man auch nicht enttäuscht und es lässt sich wunderbar aushalten. Außerdem sind die meisten maltesischen Gastfamilien schon sehr erfahren, was Gastschüler angeht, da viele Familien schon länger dabei sind und mehrmals jährlich Jugendliche (oder auch Erwachsene) aufnehmen. Wenn man Glück hat, sind zur selben Zeit wie man selbst noch andere Gastschüler im Haushalt, wie bei meiner Freundin und mir. Wir hatten eine Gastschwester aus der Schweiz, die ein paar Jahre älter und supernett war, so dass wir gleich am ersten Tag jemanden hatten, der uns den Strand gezeigt hat.

Dieser war praktischerweise nur etwa 10 Minuten Fußweg entfernt, was in Malta durchaus normal ist, schließlich ist die Insel so klein, dass man von überall aus in kürzester Zeit am Wasser ist. Sandstrand gibt es allerdings nicht überall, es überwiegen felsige Strände, die ich persönlich sogar lieber mag und die den Sandstränden in nichts nachstehen.

Unter der Woche wurden wir morgens an der Bushaltestelle von einem Bus abgeholt, der uns und die restlichen Gruppenmitglieder zur Sprachschule gefahren hat und auf so verlässliche Weise zu spät kam, dass man seine Uhr danach stellen konnte.

Dies ist in Malta allerdings normal, die Straßen sind stark befahren und dementsprechend kommt es häufiger zu verkehrsbedingten Verspätungen. Für uns war dies nicht weiter schlimm, da der Unterricht dafür vollkommen entschädigt hat.

Am ersten Tag wurden  wir mit Hilfe eines kurzen Tests in ein passendes Sprachniveau eingestuft, so dass der Unterricht bestmöglich auf uns abgestimmt ist. Das hat auch gut funktioniert, meine Freundin und ich waren zufrieden mit der Einstufung und der Unterricht war sehr abwechslungsreich und amüsant gestaltet. Was mir besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass überwiegend gesprochen wurde, so dass nach und nach die Hemmungen schwanden und sich die Sicherheit und Sprachgewandtheit deutlich verbesserte. Ebenfalls positiv zu vermerken ist die Gruppengröße: In unserer ersten Woche waren wir nur zu dritt in unserem Kurs, was wirklich sehr angenehm war, und in der zweiten Woche ist die Anzahl auf fünfzehn angestiegen. Da kam man dann natürlich etwas seltener zu Wort, dafür war es noch lustiger und lebendiger.

Die Unterrichtszeiten beim Standardkurs gehen von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr inklusive einer halbstündigen Pause und danach stand es einem frei, am Programm für die Gruppe teilzunehmen oder selbstständig etwas zu unternehmen.

In der ersten Woche haben sich meine Freundin und ich dazu entschlossen, größtenteils am Programm teilzunehmen, was sehr angenehm war, da natürlich alles für uns organisiert wurde und wir nur noch in den Bus steigen mussten. Mit diesem ging es dann zu verschiedenen Stränden, zur Insel Gozo, die mit einer Fähre erreicht werden kann und wirklich wunderschöne Orte bereithält oder zu einem Städtetrip in der Umgebung. Hier ist natürlich die Hauptstadt Valletta zu erwähnen, die durch ihre tolle Architektur (und das leckere Eis!) besticht.

Auch abends hat Malta einiges zu bieten: ein Stadtteil, Paceville, ist abends sehr belebt und voll von Discotheken, die man in Malta ab 17 besuchen darf. Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei und vor den Türen locken sie mit vielen Rabatten und Sonderangeboten.

Für diejenigen, die es etwas ruhiger angehen lassen wollen, gibt’s es auch einige Bars und Pubs, in denen man gemütlich etwas trinken und nette Leute kennen lernen kann.

Ich habe die Zeit auf Malta wirklich sehr genossen und war sehr erstaunt, wie schnell sie vergangen ist, da ich noch ewig hätte bleiben können. Wer also sein Englisch verbessern und eine super Zeit verbringen will und sich für einige Zeit von der deutschen Pünktlichkeit und Ordnung trennen kann, dem wird eine Sprachreise in Malta sehr viel Freude bereiten! Ich für meinen Teil würde jederzeit wieder dorthin reisen.