Katharina Bunde

Jersey, ein Sommermärchen

Endlich war es so weit! Ich stand am Samstag, den 14.7. am Flughafen in Hamburg. Lange habe ich mich auf diesen Tag gefreut, denn meine beste Freundin Svenja und ich haben uns entschlossen, eine Sprachreise nach Jersey zu machen. Nach der Verabschiedung von unseren Eltern und besten Freundinnen gingen wir dann zu unserem Gate. Dort sahen wir schon viele Jugendliche mit den iSt-Rucksäcken. Nachdem wir in London umgestiegen waren und nach einiger Zeit endlich auf Jersey ankamen, begrüßte uns unser Gastvater mit unserem Gastbruder Douglas herzlich. Meine Freundin und ich waren nämlich zusammen in einer Gastfamilie. Nach einer kurzen Autofahrt kamen wir in der Hauptstadt St. Helier bei unserem zweiwöchigen Zuhause an. Unsere restliche Gastfamilie hat uns sehr freundlich in Empfang genommen. Neben unserem Gastbruder Douglas hatten wir auch noch vier weitere Gastgeschwister. Darunter war auch Alice, die auch 15 Jahre alt war, so wie wir. Sie zeigte uns nach unserer Ankunft ein wenig von der Stadt. Als wir wieder zurückkamen, gab es dann schon gleich Abendbrot. Abends haben wir mit unserer Familie einen Film angeguckt. Am folgenden Tag hatten wir noch einen freien Tag, bevor der Unterricht begann. Dort haben wir mit unserer Familie einige Strände von Jersey besucht (die sind echt wunderschön) und haben bei einer Zeremonie zum Jahrestag von St. Helier teilgenommen.

An diesem Tag kam auch ein Franzose an, der mit bei uns in der Familie wohnte. Am Montag war es dann so weit, unser erster Schultag. Da unsere Gastmutter Lehrerin an der Sprachschule war, hat sie uns jeden Morgen mit zur Schule genommen. Als wir ankamen, trafen wir gleich einige bekannte Gesichter, die wir schon auf dem Flug kennengelernt haben. Zu Beginn trafen sich alle neuen Schüler in der Aula. Dort wurden uns die Regeln für die Schule und für ganz Jersey erklärt. Danach begann der Einstufungstest. Der ist gar nicht so schwer und auch nur zum Ankreuzen. In der Zeit, als die Tests korrigiert wurden, haben wir noch andere Leute aus Deutschland getroffen. Danach wurden wir in unsere Klassen gebracht. Meine Klasse bestand aus ca. 12 Schülern. Der Unterricht begann um 9 Uhr. Wir hatten zwei verschiedene Lehrer, den einen hatten wir erst 1 ½ Stunden, danach eine halbe Stunde Pause und dann mit unserem anderen Lehrer weitere 1 ½ Stunden Unterricht. Es hat Spaß gebracht, weil die Lehrer sehr nett waren und wir viel in Gruppenarbeit gemacht haben. Irgendwann im Laufe des Unterrichts kam Joe in jede Klasse. Joe hat uns immer gesagt, welche Aktivitäten nachmittags angeboten werden. Dazu zählten z.B. Surfen, Strände, Museen, Bananaboat oder Shoppen. Ich fand alle Aktivitäten toll, aber am meisten Spaß hat mir das Surfen gebracht. Die Aktivitäten waren dann ungefähr um 16 Uhr zu Ende. Danach fuhren wir mit Bussen zu unseren Gastfamilien, wo wir dann mit unserer Familie zusammen Abendbrot gegessen haben. Das Essen ist sehr lecker (für all die, die Vorurteile gegen die englische Küche haben). Es war toll, sich mit der Gastfamilie zu unterhalten. Von Tag zu Tag merkte man, wie man sicherer in der englischen Sprache wurde. Abends haben wir uns meistens am Liberation Square mit unseren neu gewonnenen Freunden getroffen. Dann sind wir entweder zum Strand gegangen oder sind durch die Stadt gebummelt oder haben uns einfach in ein Cafe gesetzt zum Reden. Dienstag abends wurde eine Disko für alle Sprachschüler angeboten. Mittwochs war Kinoabend. Am Donnerstag konnte man einen Sportabend besuchen, hierbei habe ich aber nicht teilgenommen und habe mich stattdessen mit Freunden am Liberation Square getroffen. Freitagnachmittag gab es keine Aktivitäten, denn das war der Shopping-Tag. St. Helier ist eine süße und gemütliche Stadt. Es gibt viele schöne Läden, nur leider sind viele Sachen teurer als in Deutschland.

Abends wurde dann ein Barbecue (BBQ) angeboten. Am Samstag haben wir einen Ausflug nach St. Malo gemacht. Es ist eine wunderschöne Stadt in Frankreich und ich würde jedem nur empfehlen, dort mit hinzufahren. Wir haben dort original französische Crepes gegessen und uns die Stadt angesehen. (Für Mädchen: es gibt dort sehr viele Schuhläden) Am Sonntag gab es einen Strand-Tag für alle Sprachschüler. Wir haben dort Fußball, Volleyball und vieles mehr gespielt, oder einfach nur in der Sonne gelegen. Die zweite Woche verlief ähnlich wie die erste, nur dass das Wetter nicht mehr so gut war. Als dann unser letzter Tag anstand, waren wir schon sehr traurig. Abends beim BBQ haben viele geweint, weil es einfach so traurig war, sich das letzte Mal zu sehen. Als dann der Tag der Abreise kam, kullerten mir auch einige Tränen hinunter, als meine Gastmutter mich verabschiedete und ich zu meinem Gastvater ins Auto stieg. Als ich mich dann von ihm verabschiedete, musste ich richtig weinen. Ich glaube, so schwer ist mir noch nie ein Abschied gefallen. Zum Glück waren am Flughafen schon viele Freunde von uns, die früher gekommen sind, so dass ich etwas abgelenkt wurde!

Inzwischen, lange wieder Zuhause, vermisse ich alles sehr, meine Gastfamilie, die Menschen, die Schule, einfach die ganze Insel. Ich würde jedem nur empfehlen, eine solche Sprachreise zu machen.

Schöne Grüße

Katharina Bunde