Robert Sümmermann

Sprachreise nach Eastbourne

Hi!

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Sprachreise war eine einmalige und gute Erfahrung für mich. Meiner Gastmutter Mrs. Kamali wird dieser Aufenthalt (zusammen mit einem anderen deutschen Jungen) vermutlich ähnlich einprägsam in Erinnerung bleiben wie mir, da ich wohl der erste war, der ihren Teppich in Wohnzimmer, Diele, Treppenhaus und auch noch meinem eigenen Zimmer ruinierte. Was soll man auch machen, wenn man auf dem Heimweg die Augen in einer Autozeitschrift hat und dann in frische Farbe tritt, es nicht bemerkt und durchs ganze Haus latscht? Die erste Aufregung meiner Gastmutter legte sich aber schnell, weil ich ihr glaubhaft machen konnte, dass mir das alles völlig unabsichtlich passiert ist. Das war auch wirklich die Wahrheit!

Es war dann auch am nächsten Tag für mich schwer zu begreifen, wie ich den Farbfleck, den ich ja auf dem Schulweg auch das erste Mal bemerkte eigentlich übersehen konnte. Er hatte die Breite des Bürgersteiges und hob sich doch mit seiner weißen Farbe ziemlich markant vom Grau – Schwarz der Straße ab. Ich glaube aber, dass sie es mir auch nicht allzu übel genommen hat, da wir uns wirklich gut verstanden.

Die zwei Wochen, in denen ich in Eastbourne war, vergingen ziemlich schnell. Das lag natürlich auch am Unterricht, der kompetenter und abwechslungsreicher gestaltet wurde als ich es von meiner eigenen Schule gewohnt war.

Mein Zimmerkumpel und ich konnten uns aber auch immer darauf verlassen, dass uns abends ein üppiges Dinner erwartete, was häufig gar nicht so typisch englisch war. Es wäre auch keine Sache gewesen, sich mal umzustellen, aber so waren wir mit der Verpflegung gut zufrieden. Auf „Pizza Hut“ und „McDonald’s“ mussten wir dann auch nur bei langen Ein – Tages – Ausflügen wie den beiden Trips nach London zurückgreifen. Nach dem, was man da erleben und sehen kann, schafft man auch problemlos eine Familienpizza.

Dann war da noch Maddie. Maddie war das Haustier der Familie Kamali; eine etwas penetrante Mischlingshündin, die sehr von Bewegung angetan war und von einem die gleiche Begeisterung für das Tennisballwurfspiel verlangte. Sie war aber sonst sehr umgänglich und wenn’s einem mit ihr wirklich mal zu viel wurde, dann hat sich meine Gastmutter auch schon um sie gekümmert.

Ich hab ja gerade schon geschrieben, dass ich mich wirklich gut mit ihr verstand. Trotzdem fand sie, dass ich eigentlich ziemlich geizig bin. Und das nur, weil ich auf Postkarten verzichtet habe und stattdessen E-mails verschickt hab. Das geht nicht nur bedeutend schneller und umfangreicher, sondern man kommt auch völlig umsonst in der Bücherei der Stadt ins Internet.

So, jetzt hab ich über einiges geschrieben, was einem auf einer Sprachreise so passieren kann. Ich fand sie auch deshalb schon lohnenswert, weil es Spaß macht eine Fremdsprache im Alltag zu sprechen und eine andere Umgebung zu erleben. Ansonsten hoffe ich, dass euch mein Bericht gefallen hat.

Robert Sümmermann