Erfahrungsberichte aus Toronto

Kerstin Rohde

Das erste Mal allein auf Reisen, ohne Eltern, 3 Wochen und dann noch Toronto. Es war eine der schönsten Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe. Am Flughafen wurde ich gleich von meiner Gastmutter aufs herzlichste empfangen. Ich hatte es geschafft. Ich war da, wenn nicht dieses blöde Heimweh gewesen wäre, aber das war schnell verflogen, denn die ganzen neuen Eindrücke und vor allem die ganzen neuen Freunde ließen einem gar keine Zeit dafür.

Mein Gastfamilie war sehr nett. Den ersten Kontakt hatte ich in Deutschland über Telefon hergestellt. Als meine Gastmutter da sagte, ich hätte in Toronto eine neue Familie, hatte ich das noch nicht wirklich geglaubt, doch heute weiß ich: es war ernst gemeint. Meine Gastfamilie war ein Ehepaar von den Philippinen mit einer 11 jährige Tochter. Doch insgesamt, war die Familie um einiges größer, denn wir waren manchmal bis zu 7 Sprachreisende aus den verschiedensten Ecken der Welt. Wir mussten uns nur um unsere Zimmer kümmern, denn sogar unsere Wäsche wurde mit gewaschen. Was das Essen anging, musste keiner Angst haben, dass er oder sie verhungert, denn es gab nicht nur Frühstück und Dinner am Abend, sondern sogar ein riesengroßes Lunchpaket für die Schule. Jeder hat das bekommen, was er oder sie mochte, was dazu geführt hat, dass es am Abend bis zu 3 Verschiedene Gerichte zur Auswahl gab. Am Abend saß man dann zusammen hat gequatscht, Gesellschaftsspiele gespielt oder fern gesehen, doch haben sich meine Gasteltern von diesen Aktivitäten nicht ausgeschlossen, sondern haben fröhlich mitgemacht. Wir hatten viel Spaß, haben viel gelacht. Es war eben wie in einer Großfamilie. Das tolle war auch, dass die Gasteltern sich auch mit uns unterhalten haben, was bedeutet, dass man sogar dann noch Englisch lernen konnte. Da ich schon 19 bin, für kanadische Verhältnisse also erwachsen, konnte ich kommen und gehen, wann ich wollte und um mir dieses zu erleichtern habe ich einen Hausschlüssel bekommen, damit ich nicht eines Nachts im Garten schlafen musste.

An meinem ersten Tag wurde ich sogar zur Schule gebracht. Ja die Schule. Am Anfang hatte ich gedacht, eigentlich ist man ja schön blöd, wenn man in seinen Ferien zur Schule geht, doch wurde ich eines Besseren belehrt. Der Unterricht, den man sich aussuchen darf, war echt locker, die Lehrer waren alle super drauf, nicht so streng wie hier und mit den Hausaufgaben haben sie es auch nicht so ernst genommen. Doch am wichtigsten sind die ganzen neuen Leute, die man da kennen lernt. Dadurch, dass in den Klassen ca.14 „Schüler“ sind, kommt man schnell mit anderen in Kontakt. Es kann aber auch passieren, dass man einfach mal so angesprochen wird, weil jemand die Farbe deines Lidschattens interessant findet. Die gesamte Atmosphäre ist sehr freundschaftlich, nicht wie in einer normalen Schule, daher fällt es einem leicht auf andere zuzugehen und Freundschaften zu schließen, auch wenn man eher der schüchterne Typ ist. Einige Freundschaften halten sogar dann noch, wenn man wieder zu Hause ist.

Doch nun zu Toronto. Ich war hin und weg. Diese Stadt ist eine Wucht. Als ich wieder zu Hause war, musste ich mich erst einmal daran gewöhnen, dass hier alles doch ein bisschen kleiner ist. Man trifft nette und freundliche Menschen überall wo man hinkommt. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch echt einfach zu benutzen und wenn man dann nicht weiter weiß, wird einem gern geholfen. Die Schule hatte ein großes Freizeitangebot. So ist man dann mit einer Gruppe von Leuten, seinen Freunden auf den CN-Tower gefahren, ich kann euch sagen, die Aussicht ist echt der Hammer und wenn man auf dem Glasboden steht bekommt man ein leicht mulmiges Gefühl, es ist aber echt super da oben. Man konnte aber auch Museen oder Toronto Island besuchen. Diese Insel ist echt riesig und liegt am Lake Ontario, doch wenn man auf diesen See guckt, denkt man, man ist am Meer. Wenn man geradeaus in Richtung Horizont geguckt hat, hat man nur Wasser gesehen. Kein Land.

Man konnte aber auch Wochenendaktivitäten buchen, denn an 3 Tagen in der Woche waren Leute von einer Reiseorganisation (ISX) an der Schule, wo man dann einen Besuch an den Niagarafällen buchen konnte. Bei diesem Trip hat man aber viel mehr zusehen bekommen. So waren wir an den Whirlpools der Niagaras, die schon sehr beeindruckend waren, da die Verwirbelungen so gewaltig aussehen; in einer kleinen Stadt namens Lake District (ein extremer Touri-Ort) und noch in einer Winery. Die Niagaras selber sind eine Wucht. Wir sind mit einem Schiff ganz nahe ran gefahren und sind auch ordentlich nass geworden. 

Aber man kann auch 3 Tages Trips buchen. So bin ich mit einem Freund, den ich vor Ort kennen gelernt habe, nach French Canada gefahren. Ottawa, Montreal und Quebec. Es war zwar anstrengend, aber super schön und toll und obwohl ich kein Wort Französisch spreche, bin ich in Quebec City nicht verloren gegangen. Aber diese 3 Städte sind sehr sehenswert. Auf der einen Seite ist es den europäischen Ländern (auch Deutschland) sehr ähnlich, auf der anderen Seite aber auch sehr anders. Man kann auch die Chance nutzen und 4 Tage nach New York fahren, was ich aus Zeitgründen dann leider nicht mehr geschafft habe. Ich habe mir erzählen lassen, dass dieser Trip aber äußerst empfehlenswert ist und man das unbedingt machen sollte.

Man ist nicht gezwungen immer etwas zu buchen oder mit der Schule etwas zu unternehmen. Auf eigene Faust geht es auch und zwar sehr gut. Man braucht nur einen Straßenplan und eine Idee, wo man hin will und dann geht man los. Da die öffentlichen Verkehrsmittel super ausgebaut sind, kommt man überall ganz einfach hin. Habt keine Angst, Toronto ist super sicher, ich habe in den Nachrichten und Zeitungen nichts finden können, was mit Diebstahl oder solchen Dingen zu tun hatte. Außerdem sind die Polizisten auch sehr nett und hilfsbereit. Wie gesagt trifft dieses auch auf die Bevölkerung Torontos zu, die übrigens multikulturell ist. Das heißt, dass es so eigentlich keine echten Kanadier gibt. Sie kommen aus Asien, Europa und überall her um in Kanada zu leben und zu arbeiten. Ich hatte für jede Woche ein „Weekly Pass“ eine Karte, mit der ich die ganze Woche die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnte, so viel ich wollte. Das ist, wenn man viel Bus und Bahn fährt, erstens günstiger und auch einfacher, denn man muss sich nicht immer Gedanken um das Kleingeld machen. Nur damit kann man sich die Einzelfahrkarten kaufen. In den Bussen muss das Geld auch noch passend sein, denn es gibt kein Wechselgeld wie hier. Daher empfehle ich euch so einen „Weekly Pass“. Auf eigene Faust kann man sehr gut „China Town“ erkunden oder auch die verschiedensten Einkaufszentren. Was ich besonders toll fand war die Gegend um den „Dundas Square“ und rund um das „Eatoncentre“. Wie gesagt verlaufen kann man sich nicht, denn spätestens, wenn man an einer U-Bahnstation ankommt, weiß man wo man ist und wie man nach Hause kommt.

Kleiner Tipp an die Mädels unter euch, fahrt in den Sommerferien, denn dann ist es zwar richtig heiß, aber es gibt einen schönen Strand und vor allem ist dann Ausverkauf und wie alles in Toronto sind auch die Einkaufszentren sehr groß und es gibt viele Klamotten für wenig Geld. Für die Spielkinder gibt es in Toronto einen riesigen Freizeitpark. Man bezahlt einmal Eintritt und kann dann alles ausprobieren und so oft man will. Macht besonders Spaß, wenn die Sonne scheint, was in der Sommerzeit eigentlich so gut wie jeden Tag vorkommt. Für die Kulturfreaks gibt es Museen und Denkmäler und mehr. Für die kulinarisch orientierten gibt es so viele verschiedene Restaurants, Cafés etc, dass man gar nicht weiß wo man hin soll und es ist nicht teuer. Nur die Nachtschwärmer unter euch müssen sich etwas überlegen, denn alles unter 19 wird nach 22h wieder nach Hause geschickt und die letzte Bahn fährt um 1:30. Dann gibt es nur noch eine Buslinie (Blue Line), die aber auch nicht überall hinfährt, aber es gibt ja Taxis und wenn man sich das mit mehreren Leuten teilt, ist das nicht teuer.
Aber ansonsten kann ich euch diese Reise nur empfehlen. Ich war das erste Mal alleine unterwegs und meine Angst war schon am 2. Tag verflogen und ich habe Toronto auf eigene Faust erkundet. Ihr findet immer und überall Ansprechpartner, eure Gastfamilie, in der Schule. iSt kann euch aber bestimmt auch helfen, so habe ich erstmal jede Menge Fragen an iSt geschickt, die mir auch schnell und sehr gut beantwortet wurden.

Also traut euch, packt eure Sachen und macht euch auf nach Toronto, denn etwas besseres kann euch nicht geschehen.

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O Canada! Im multikulturellen Kanada kannst Du nicht nur Englisch, sondern auch Französisch lernen. Hier ist die Natur nie weit weg und ein wichtiger Teil des Lebens. Ebenso ist es mit dem Sport. Besuche während deiner Sprachreise z.B. ein Eishockeyspiel um hautnah zu erleben, wie die Kanadier "ihr Team" anfeuern. Davon wirst du noch lange etwas zu erzählen haben.

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